vergrößernverkleinern
Lee Kun-Hee (l.) will das olympische Feuer 2018 in Südkorea sehen © getty

Vor der Bewerber-Kür für 2018 gibt es Sorgen, ob alles sauber zugehen wird - besonders wegen der belasteten Pyeongchang-Granden.

Durban - Am Mittwoch gegen 17 Uhr lüftet IOC-Präsident Jacques Rogge das Geheimnis um den Sieger im olympischen Milliardenspiel.

Doch egal ob München, der große südkoreanische Rivale Pyeongchang oder Frankreichs Außenseiter Annecy zur Stadt der Winterspiele 2018 gekürt werden:

Beim Votum der rund 100 IOC-Mitglieder, zu denen auch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gehört, ist nicht erst seit der umstrittenen Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar Misstrauen im Spiel.

Unterstellen darf man nichts, aber drei der superreichen Männer hinter der Bewerbung von Pyeongchang saßen bereits wegen Korruption im Gefängnis.

Einer davon ist der frühere Samsung-Chef Lee Kun Hee, der nach seinem Ausschluss aus dem IOC vor einem Jahr bei Olympia in Vancouver wieder aufgenommen wurde.(Machen Sie es wie SPORT1 und Magdalena Neuner: Unterstützen Sie München 2018)

"Ausschließen kann man Korruption nicht"

Das Unternehmen ist nicht nur IOC-Top-Sponsor, es gehört zu den ganz großen Geldgebern des Weltsports. Selbst der FC Tauberbischofsheim, Klub von Thomas Bach, wird von dem Elektronik-Konzern unterstützt.

Der deutsche Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), einer der mächtigsten Männer im Weltsport, kennt die Gefahr und die Verdächtigungen (Garmisch sagt "Ja" zu Olympia 2018).

"Ausschließen kann man Korruption nicht", sagt der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH.

Andererseits macht er deutlich: "Man kann sich dem Wahlverfahren voller Vertrauen stellen. Es ist transparent, die Regeln sind sehr, sehr streng, und es gibt eine IOC-Ethikkommission, die solche Verstöße aufdeckt."

Kein Besuch der Kandidatenstädte

Die Geschichte der Olympia-Vergabe ist gespickt mit Schmiergeldaffären, die zuletzt auch die Winterspiele 2002 in Salt Lake City betrafen.

Nach dem Skandal der amerikanischen Spiele traten damals zehn belastete IOC-Mitglieder zurück. Das IOC fasste seine Vorschriften strenger, seitdem dürfen die Mitglieder Kandidatenstädte nicht mehr besuchen.

Skepsis aber begleitet Pyeongchang, das nach zwei Wahl-Niederlagen 2003 mit 53:56 gegen Vancouver (2010) und 2007 mit 47:51 gegen Sotschi (2014) mit Macht nach den Spielen drängt.

[kaltura id="0_l53lhbz2 " class="full_size" title="Wir sagen Ja zu M nchen 2018 "]

Gefängnisstarfe für Park Yong-Sung

Im Olympia-Budget der Asiaten ist 80 Prozent mehr Geld im Spiel ist als bei Europas Mitbewerbern.

Und die Bewerbung der boomenden Wirtschaftsnation wird gleich von drei Männern mitgetragen, die wegen Korruption zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden: Neben Lee Kun Hee, der aus dem IOC ausgeschlossen worden war, hatten auch Doosan-Topmanager Park Yong Sung und der frühere Geheimdienst-Chef Kim Un Yong Probleme mit der Justiz.

Park Yong-Sung, früherer Präsident des Judo-Weltverbandes, war wegen Korruption zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Heute ist er Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Südkorea.

Blamage bei Biathlon-WM

Kim Un Yong, früherer Chef des Taekwondo-Weltverbandes, saß ebenfalls wegen Korruption hinter Gittern. Er war einst an Juan Antonio Samaranch gescheitert, als er IOC-Präsident werden wollte.

Und er hat jetzt vor allem ein Ziel: zusammen mit Lee und Park Winter-Olympia 2018 nach Pyeongchang zu holen, das sich als Gastgeber der zuschauerarmen Biathlon-WM 2009 blamierte.

Erst Ende 2010 hatte das IOC Pyeongchang verwarnt und aufgefordert, sich an die olympischen Regeln zu halten.

Zwei koreanische Weltfirmen und olympische Top-Sponsoren, die Pyeongchangs Bewerbung tragen, mussten ihre Verträge mit dem Eisschnelllauf-Weltverband ISU (Korean Air) und dem Ruder-Weltverband FISA (Samsung) bis Durban auf Eis legen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel