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Bei der Vergabe von Olympia 2014 zog Sotschi überraschend das "große Los". © getty

Pyeongchang und München gelten vor der Vergabe als klare Favoriten. Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass auch Annecy Chancen hat.

Durban - Für Barack Obama war es eine große Niederlage, als er am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen für die Olympischen Sommerspiele 2016 in seiner Heimatstadt Chicago warb.

Doch die "Windy City" kassierte eine schallende Ohrfeige, scheiterte in der ersten Runde. Am Ende erhielt Rio de Janeiro den Zuschlag.

Aber nicht nur Chicagos Scheitern, die Wahlen der Olympia-Gastgeber seit 2000 zeigt, wie schwierig jede Prognose ist.

Es gewannen Favoriten (Peking 2008, Salt Lake 2002) ebenso wie Mitfavoriten (Rio 2016, Athen 2004, Vancouver 2010, London 2012) oder Außenseiter (Sydney 2000, Turin 2006, Sotschi 2014).

SPORT1 gibt einen Überblick über die letzten neun Entscheidungen der IOC-Sessionen

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(Erklärung: Erreicht bei drei oder mehr Bewerbern keiner die absolute Mehrheit, scheidet zunächst der Bewerber mit den wenigstens Stimmen aus):

Rio de Janeiro (in Kopenhagen 2009)

In Rio gewann der Kandidat der Herzen, mit dem das IOC einen weißen Fleck auf der olympischen Landkarte tilgte. Nie zuvor hatte es Olympia in Südamerika gegeben. Chicago, für das US-Präsident Barack Obama geworben hatte, kassierte eine bittere Niederlage.

1. Runde: Madrid 28, Rio de Janeiro 26, Tokio 22, Chicago 18

2. Runde: Rio 46, Madrid 29, Tokio 20

3. Runde: Rio 66, Madrid 32

Sotschi 2014 (in Guatemala-Stadt 2007)

Salzburg hat das beste Konzept - und scheitert in der ersten Runde. Sotschis Bewerbung existiert nur auf dem Papier, dafür ist der Eispalast neben dem IOC-Hotel, der aus Russland eingeflogen wird, sehr real - ebenso wie der damalige Staatspräsident Wladimir Putin.

1. Runde: Pyeongchang 36, Sotschi 34, Salzburg 25

2. Runde: Sotschi 51, Pyeongchang 47

London 2012 (in Singapur 2005)

Mitfavorit London behauptete sich nach überzeugendem Einsatz von Regierungschef Tony Blair gegen Top-Favorit Paris.

1. Runde: London 22, Paris 21, Madrid 20, New York 19, Moskau 15

2. Runde: Madrid 32, London 27, Paris 25, New York 16

3. Runde: London 39, Paris 33, Madrid 31

4. Runde: London 54, Paris 50

Vancouver 2010 (in Prag 2003)

Pyeongchang, damals noch Außenseiter, fehlten in Runde 1 nur drei Stimmen zur Sensation, im Finale zwei.

1. Runde: Pyeongchang 51, Vancouver 40, Salzburg 16

2. Runde: Vancouver 56, Pyeongchang 53

[kaltura id="0_l53lhbz2 " class="full_size" title="Wir sagen Ja zu M nchen 2018 "]

Peking 2008 (in Moskau 2001)

Gegen den hohen Favoriten Peking waren die Mitbewerber chancenlos, Paris erlebte ein Debakel.

1. Runde: Peking 44, Toronto 20, Istanbul 17, Paris 15, Osaka 6

2. Runde: Peking 56, Toronto 22, Paris 18, Istanbul 9

Turin 2006 (in Seoul 1999)

Bis zuletzt waren die Schweizer als Sieger gehandelt worden, nicht zuletzt wegen des IOC-Sitzes in Lausanne. Marc Hodler, Schweizer IOC-Mitglied, hatte zuvor allerdings den Bestechungsskandal um Salt Lake City aufgedeckt.

1. Runde: Turin 53, Sion 26

Athen 2004 (in Lausanne 1997)

Die meisten Experten hatten auf Rom gesetzt und nicht mit dem schlechten Gewissen des IOC gerechnet - bei der Wahl für die Spiele 1996, 100 Jahre nach den ersten olympischen Spielen der Neuzeit in Athen, war die griechische Hauptstadt an Atlanta gescheitert.

1. Runde: Athen 32, Rom 23, Stockholm 20, Buenos Aires 16, Kapstadt 16

1-B-Runde: Kapstadt 62, Buenos Aires 44

2. Runde: Athen 38, Rom 28, Kapstadt 22, Stockholm 19

3. Runde: Athen 52, Rom 35, Kapstadt 20

4. Runde: Athen 66, Rom 41

Salt Lake City 2002 (in Budapest 1995)

Ein Kantersieg des US-Bewerbers, der auch ohne den Bestechungsskandal zustande gekommen wäre.

1. Runde: Salt Lake City 54, Östersund 14, Sion 14, Quebec 7

Sydney 2000 (in Monaco 1993)

Ein Berliner Desaster - und ein Paukenschlag gegen alle Vorhersagen und den erklärten Willen des damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch.

1. Runde: Peking 32, Sydney 30, Manchester 11, Berlin 9, Istanbul 7

2. Runde: Peking 37, Sydney 30, Manchester 13, Berlin 9

3. Runde: Peking 40, Sydney 37, Manchester 11

4. Runde: Sydney 45, Peking 43

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