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Nach der Bekanntgabe fließen in München bittere Tränen bei den Fans © getty

Die Winterspiele 2018 vergibt das IOC nach Pyeongchang. Bei den deutschen Sportlern und Fans herrscht Tristesse.

München - Als der Traum von den Olympischen Winterspielen in München geplatzt war, hallte ein entsetzter Aufschrei über den überfüllten Marienplatz.

Die Party bei Kaiserwetter war vorbei, Tränen rollten über die Wangen der Helfer im Zentrum der deutschen Olympia-Bewerbung.

Im fast 9000 Kilometer entfernten Durban in Südafrika hatten die Delegierten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach nur einem Wahlgang das südkoreanische Pyeongchang zum Austragungsort der Winterspiele im Jahr 2018 gekürt.

Brand als fairer Verlierer

"Das ist sicherlich eine große Enttäuschung", sagte der ehemalige Handball-Bundestrainer Heiner Brand, der als Sportbotschafter die Münchener Bewerbung in der Heimat unterstützt hatte, gab sich allerdings als fairer Verlierer:

"Wir müssen die Entscheidung akzeptieren. Niederlagen gehören zum Sport dazu."

Neureuther will neuen Anlauf

Slalomspezialist Felix Neureuther zog auf dem Mohrenplatz in Garmisch-Partenkirchen ein langes Gesicht, schaute aber bereits in die Zukunft.

"Ich bin sehr enttäuscht. Wir müssen aus der Niederlage lernen. Man muss wieder aufstehen, nach vorne blicken und es 2022 noch einmal versuchen", sagte der zweimalige Weltcupsieger.

Thoma enttäuscht

Die Vision von einem Wintermärchen 2018 zerfloss bei hochsommerlichen Temperaturen auch für Skisprung-Olympiasieger Dieter Thoma.

Der Schwarzwälder hätte es gerne gesehen, wenn seine Nachfolger von der Olympiaschanze am Gudiberg gesprungen wären.

"Dort habe ich meine ersten Weltcup-Punkte geholt und auch meinen letzten Sprung gemacht", sagte der Team-Olympiasieger von Lillehammer 1994.

Olympia-Partys in Bayern

Zuvor hatten tausende Zuschauer vor den großen Video-Leinwänden auf dem Münchner Marienplatz, dem Mohrenplatz in Garmisch-Partenkirchen und an der Seelände in Königssee hoffnungsvoll das IOC-Treffen in Durban verfolgt und bei bestem Wetter eine Olympia-Party gefeiert.

"Wir hätten es einfach verdient", sagte Brand und war noch zuversichtlich: "Ich denke, unsere emotionale Bewerbung ist sehr gut angekommen."

Ertl-Renz hoffte noch

Nachdem die Wahl jedoch bereits im ersten Durchgang entschieden war, schlug auch vor dem Münchener Rathaus die Skepsis durch.

"Wir hoffen und zittern", sagte Ex-Ski-Rennläuferin Martina Ertl-Renz dem "Bayerischen Rundfunk", gab aber nach den Nachrichten aus Durban zu: "Die Stimmung ist schon etwas gedämpft."

Auch an der Bob- und Rodelbahn in Königssee fieberten die Zuschauer beim Public Viewing der Bekanntgabe durch IOC-Präsident Jacques Rogge entgegen.

Die Slalom-Olympiasiegerin von Nagano 1998, Hilde Gerg, hatte eine knappe Entscheidung erwartet und konnte nur noch "Daumen drücken und sich überraschen lassen".

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