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Franz Beckenbauer hat sich sehr für die Bewerbung seiner Heimatstadt eingesetzt © getty

Der "Kaiser" zeigt sich enttäuscht über die Vergabe der Winterspiele 2018 an Pyeongchang und findet drastische Worte für die Wahl des IOC.

München - Franz Beckenbauer ist empört nach der Wahlschlappe seiner Heimatstadt München bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 am Mittwoch im südafrikanischen Durban (Fassungslosigkeit nach Münchens Waterloo).

"Die europäischen Mitglieder des IOC haben München verraten. Es ist eine Riesen-Sauerei, dass Europäer anderen Europäern nicht helfen", meinte der 65-Jährige, der die deutsche Bewerbung am Dienstag und Mittwoch vor Ort unterstützt hatte, in der Bild-Zeitung.

Beckenbauer, der vier Jahre zuvor auch vergeblich versucht hatte, Salzburg zu den Winterspielen zu verhelfen, die dann für 2014 ins russische Sotschi vergeben wurden, ereiferte sich:

"Es gab Unterstützung von afrikanischen IOC-Mitgliedern"

"42 stimmberechtigte Europäer sitzen im IOC. Doch nur 25 haben München die Stimme gegeben und lediglich sieben dem französischen Bewerber Annecy.

Pyeongchang aus Korea dagegen kam im ersten Wahlgang schon auf 63 Stimmen. Das bedeutet: Ein Großteil der Europäer hat gegen die europäischen Kandidaten votiert.

Und zwar aus ganz egoistischen Gründen. Ich weiß sicher, dass es für München auch Unterstützung von afrikanischen IOC-Mitgliedern gab", kritisiert der einstige Fußball-Weltstar (EINWURF: Ja zu Geld und Tränendrüse).

"So etwas habe ich noch nie erlebt"

Beckenbauer meinte mit Blick auf den Fußball-Weltverband:

"Bei der FIFA mag manches im Argen liegen. Aber da unterstützt man seinen eigenen Kontinent. So was wie beim IOC habe ich noch nie erlebt. Unfassbar!"

Der "Kaiser" stellte klar, er sage dies nicht aus Frust: "Nein, ich gratuliere den Koreanern. Meine Kritik hat nichts mit ihrem Erfolg zu tun. Sie haben aus Asien die Hilfe erhalten, die den beiden europäischen Bewerbern von den eigenen Leuten verweigert wurde."

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