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DOSB-Präsident Thomas Bach gewann bei Olympia 1976 im Mannschaftsfechten Gold © getty

Der DOSB will noch diese Woche klären, ob sich eine deutsche Stadt demnächst um olympische Sommer- oder Winterspiele bewerben soll.

Durban - Thomas Bach schließt auch eine deutsche Bewerbung um Olympische Sommerspiele nicht aus, nachdem am 6. Juli die Münchener Kandidatur um die 23. Winterspiele 2018 am südkoreanischen Pyeongchang gescheitert ist. (Fassungslosigkeit nach Münchens Waterloo)

Nach dem Abschluss der 123. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im südafrikanischen Durban meinte der IOC-Vizepräsident:

"Wir sprechen am Mittwoch im Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes ganz grundsätzlich darüber, wie es weitergehen soll. Dabei wird auch die Frage diskutiert, ob sich Deutschland um Winter- oder auch um Sommerspiele bewerben soll."

Kandidaten für Sommerspiele

Bevor sich der DOSB ab 2007 ganz auf das Projekt Winterspiele in München konzentrierte, hatten Berlin und Hamburg Interesse an Sommerspielen signalisiert.

Die deutsche Hauptstadt wollte erneut Anlauf nehmen, nachdem sie 1993 mit ihrer Bewerbung um Sommer-Olympia 2000 klar gescheitert war.

Eine aktuelle Interessensbekundung für Sommerspiele gibt es laut Bach derzeit von keiner deutschen Stadt.

Von Richthofen will Berlin

Ehrenpräsident Manfred von Richthofen vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sprach sich für eine Bewerbung um Sommerspiele aus und brachte erneut Berlin ins Gespräch.

"Wenn sich Deutschland um Sommerspiele bewirbt - und dafür bin ich -, bin ich natürlich für Berlin", betont der frühere Chef des Deutschen Sportbundes und er begründet seine Haltung:

"Viele moderne Sportstätten sind vorhanden, große Sportereignisse wie die Fußball-WM, die Leichtathletik-WM oder der Auftakt der Frauenfußball-WM wurden organisatorisch hervorragend gemeistert", sagte von Richthofen.

Realistisches Ziel: 2024

Realistisch wären neue deutsche Pläne für Sommerspiele wohl erstmals für das Jahr 2024, denn im Falle 2020 ist bereits am 1. September Abgabefrist.

Bisher haben Rom als Olympiastadt von 1960, Tokio als Gastgeber 1964 und das schon viermal gescheiterte Istanbul großes Interesse bekundet.

Vergeben werden die Spiele im September 2013 auf der 125. IOC-Session in Buenos Aires.

Dort wird auch ein Nachfolger für IOC-Präsident Jacques Rogge gewählt. Thomas Bach werden Ambitionen nachgesagt, er selbst äußert sich nicht dazu.

München Favorit auf Winterspiele

Wird am Mittwoch eine Bewerbung um Sommerspiele verworfen, würde die Frage in den Mittelpunkt rücken, ob es für 2022 einen erneuten Ahlauf um Winterspiele geben könne.

Bach lässt keinen Zweifel daran, dass nach seiner Meinung erneut nur München in Frage kommt.

Er sagt: "Erst muss eine sorgfältige Analyse her, die erkennen lässt, ob eine erneute Bewerbung Sinn macht. Für die Abgabe haben wir dann über zwei Jahre Zeit."

Pound sieht "erstklassige" Chance

Der frühere IOC-Vize Richard Pound sieht jedenfalls für München erstklassige Chancen bei einer erneuten Bewerbung um Winterspiele.

Der Kanadier erklärte dem "Spiegel", bei der Münchner Bewerbung "hat eigentlich alles gestimmt." ("Kaiser": "Europäer haben München verraten")

Das klare 63:25-Votum für Pyeongchang bewertete der Anwalt aus Montreal als sportpolitische Entscheidung für neue Märkte und einen gerechteren Ausgleich zwischen den Kontinenten.(EINWURF: Ja zu Geld und Tränendrüse)

DOG will neuen Anlauf

Eine erneute deutsche Kandidatur würde die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) begrüßen.

"Die olympische Idee lebt und blüht im Sportalltag", sagte DOG-Präsident Harald Denecken nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt, "in der Bewegungsförderung für Millionen von Menschen aller Altersstufen, in der gesellschaftspolitischen Tragweite der sportlichen Arbeit in Verbänden und Vereinen und in der Pflege des Kulturgutes Sport als einer der wichtigsten Lebensgrundlagen unserer Zeit."

Diese Dimension sportlichen Engagements in unserem Land rechtfertige eine erneute Olympia-Bewerbung.

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