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Der gebürtige Kölner Michael Vesper ist seit 2006 Generaldirektor des DOSB © imago

DOSB-Generaldirektor Vesper bringt für den Fall einer erneuten Olympia-Bewerbung Münchens einen neuen Standort ins Spiel.

München - Neue Sportstättenvariante für den Fall einer Münchner Olympia-Bewerbung für die Winterspiele 2022:

Die Chiemgau Arena in Ruhpolding könnte Austragungsort für die Wettkämpfe im Biathlon und Skilanglauf werden.

Das bestätigte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Über eine weitere deutsche Bewerbung nach dem Scheitern von München 2018 soll nach Vergabe der Sommerspiele 2020 im September sowie einem Bürgerentscheid am 10. November in den betreffenden Städten und Gemeinden noch 2013 im DOSB entschieden werden.

Konzept weiterentwickeln

Vesper erklärte am Dienstag in Frankfurt:

"Wie in Berlin vereinbart, beobachten wir die Entwicklung in allen Bereichen aufmerksam. Sollte es zu einer neuerlichen Bewerbung kommen, halten wir es für möglich, das hervorragend bewertete Konzept München 2018 weiter zu entwickeln und anstelle der temporären Sportstätte Schwaiganger die bestehende Anlage in Ruhpolding zu nutzen."

Geprüft werden soll im Einzelnen, die Wettbewerbe im Biathlon und Skilanglauf nach Ruhpolding zu verlegen und in dieser Region ein drittes Olympisches Dorf zu schaffen.

Freestyle in München?

Daneben sei auch eine Verlagerung der Wettbewerbe Halfpipe und Aerials in den Münchner Olympiapark eine Option.

Damit, so Vesper, könne Garmisch-Partenkirchen vor allem im Hinblick auf die Größe seines Olympischen Dorfes entlastet werden.

Die Stadt München erklärte, für Freestyle-Wettbewerbe, Aerials und Halfpipe werde eine Verlegung von Garmisch-Partenkirchen nach München erwogen.

Mit diesen Maßnahmen würde das Olympische Dorf in Garmisch-Partenkirchen um bis zu 40 Prozent verkleinert werden können, was auch unter den Aspekten der Akzeptanz günstig sein könne.

Garmisch begrüßt neue Pläne

Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen begrüßte das neue Konzept

"Die Befürchtung einer Überfrachtung unseres Talkessels wäre damit hinfällig", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des Marktes und des Vereins OlympiJa:

"Damit erreichen wir eine neue Stufe der Nachhaltigkeit und reduzieren den Bedarf an Flächen und Investitionen ganz wesentlich."

Planungen sollen bis Herbst abgeschlossen sein

"Die einmütige Unterstützung des Sportstättenkonzeptes durch die Wintersportverbände und den gesamten Olympischen Sportbund ist eine unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung", sagte Oberbürgermeister Christian Ude:

"Bis zum Herbst können für die Einbeziehung von Ruhpolding und ein Olympisches Dorf im Umfeld von Schönau und Ruhpolding sowie für zwei Freestyle-Wettbewerbe in München die planerischen Überlegungen und Machbarkeitsstudien abgeschlossen sein."

Bürgerentscheide im November

Erst auf dieser Grundlage stehe überhaupt erst fest, so Ude, in welchen Kommunen die versprochene Bürgerbeteiligung durchzuführen sei und welche Auswirkungen die Spiele auf München, Garmisch-Partenkirchen, gegebenenfalls Ruhpolding und auch auf Schönau am Königssee haben würden.

Ude: "Dies bestätigt den zwischen den bisherigen kommunalen Partnern vereinbarten Zeitplan, die Bürgerentscheide am 10. November 2013 durchzuführen."

Der nächste Schritt sei die Kontaktaufnahme der bisherigen Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft mit den möglicherweise hinzukommenden zusätzlichen Kommunen, erklärte Ude.

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