Die Sportpolitiker des Bundestages haben das Abschneiden der deutschen Athleten bei den Olympischen Winterspielen von Vancouver gelobt, sehen allerdings die Ergebnisse in den sogenannten neuen Sportarten problematisch.

"Ich sehe da großen Nachholbedarf", sagte der SPD-Abgeordnete Martin Gerster in der Sitzung des Sportausschusses. In Disziplinen wie Snowboard oder Freestyle hatten die deutschen Sportler in Kanada kaum eine Medaillenchance gehabt.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Problematik ebenfalls erkannt. Generalsekretär Michael Vesper, der in jeder Hinsicht von erfolgreichen Spielen sprach, sagte: "Gerade in den neuen Sportarten sehen wir große Entwicklungsperspektiven für den deutschen Wintersport."

Diese Entwicklung müsse aber geschehen, ohne die bisherigen Kernsportarten zu vernachlässigen.

Der zuständige Leistungssportdirektor Ulf Tippelt sieht keine zeitnahe Besserung der Lage. Das habe vor allem mit der deutschen Sportkultur zu tun. "Wir kommen über kurz oder lang nicht in die Sportkultur Amerikas. Wir müssen dieses Thema sensibel angehen", sagte Tippelt.

Die neuen Sportarten seien nicht nur aus der Sicht des Medaillenspiegels wichtig, sondern vor allem für die Sportentwicklung.

Kanada hatte bei den Spielen in Vancouver über die Hälfte der Medaillen in den neuen Sportarten geholt und stand am Ende klar vor Deutschland an der Spitze des Medaillenspiegels.

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