Vor dem Rathaus in München ist es am Dienstag zu einer angekündigten Demonstration gegen der Bewerbung der Stadt um die Olympischen Spiele 2018 gekommen.

Lediglich drei Dutzend Olympia-Gegner protestierten mit Sprechchören und Spruchbändern gegen die Pläne von "München 2018" sowie das Internationale Olympische Komitee.

Auf großes Interesse stieß die Kundgebung auf dem Marienplatz nicht. Wesentlich größer als die Zahl der Demonstranten war die Zahl der beobachtenden Medienvertreter.

Vertreter der Olympia-Gegner trafen sich am Abend noch zu einem halbstündigen Gespräch mit der IOC-Evaluierungskommission, die bis kommenden Freitag die Bewerbung vor Ort überprüft.

Während der Kundgebung hielten sich noch weitere rund 300 Menschen auf dem Marienplatz auf, um das Glockenspiel am Münchner Rathaus zu verfolgen. Am 1. März wird es traditionell zum ersten Mal nach der Winterpause aufgeführt.

Die Olympia-Gegner hätten den Zeitpunkt ihrer Demonstration "offensichtlich bewusst gewählt", um dabei den Eindruck zu erzeugen, dass ihre Zahl wesentlich höher sei, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude.

"Die Olympia-Gegner müssen schon in einer sehr verzweifelten Lage sein", ergänzte Ude. Jeder andere Demonstrant würde sich ärgern, wenn man in den ersten 15 Minuten seiner Kundgebung sein eigenes Wort wegen des Glockenspiels nicht verstehen könne.

Eine positive Bilanz zogen indes die Olympia-Planer nach dem ersten Besuchstag der IOC-Prüfer. "Wir konnten den 14 Mitgliedern der Evaluierungskommission viele starke Argumente für unsere Bewerbung präsentieren", sagte Katarina Witt.

Die Kuratoriums-Vorsitzende der Münchner Bewerbung erklärte, es sei vor allem die Botschaft vermittelt worden, "dass wir die Bedürfnisse der Athleten und der Bevölkerung ernst nehmen und beste Bedingungen für den Sport, aber auch für ein nachhaltiges Olympisches Erbe bieten."

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