Franz Beckenbauers Kritik an Europas IOC-Mitgliedern nach der Wahl von Pyeongchang zur Stadt der Olympischen Winterspiele 2018 prallt weitgehend ab an den Funktionären des Kontinents.

Während IOC-Vizepräsident Thomas Bach zu Beckenbaures Argumentation keine Stellungnahme abgeben wollte, meinte Russlands früherer Schwimmstar Alexander Popow mit Blick auf die Fußball-WM 2022:

"Franz Beckenbauer sollte nicht vergessen, welche Veranstaltungsorte sein Weltverband FIFA wählt - ich sage nur Katar. Außerdem ist das IOC ein demokratisches Gremium, jeder kann frei entscheiden und ist nicht an einen Zwang gebunden."

Frankreichs früherer Skistar Jean-Claude Killy, der die Bewerbung von Annecy unterstützte, erinnerte an die Worte des früheren IOC-Chefs Juan-Antonio Samaranch. "Er sagte immer: Europa reicht von Portugal bis Wladiwostok."

Nicht nachvollziehen kann auch der frühere Sportminister der Ukraine, Waleri Borsow, Beckenbauers Kritik.

"München war schon deswegen schwierig, weil 2014 mit Sotschi die Stadt eines europäischen Landes bereits Winterspiele hat. Da war eine andere Region an der Reihe, zumal Pyeongchang schon nach zwei gescheiterten Anläufen eine sehr gute Bewerbung präsentierte."

Beckenbauer hatte das schwache Ergebnis von nur 25 der 95 Stimmen für seine Heimatstadt München kritisiert.

"Es ist eine Riesen-Sauerei, dass Europäer anderen Europäern nicht helfen", meinte der 65-Jährige, der die deutsche Bewerbung am Dienstag und Mittwoch vor Ort unterstützt hatte, in der "Bild-Zeitung".

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