Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit will mit der Hauptstadt einen neuen Anlauf zum Olymp nehmen.

"Berlin ist bereit für Olympische Spiele. Denn Berlin hat alle Voraussetzungen: die Stadien, die Infrastruktur, die Hotellerie, die Begeisterung der Menschen für den Sport", sagte er in einem Interview mit dem "Tagesspiegel".

Eine Bewerbung für die Spiele 2020 kommt allerdings wohl nicht mehr in Frage. "Das ist zeitlich unmöglich. Man müsste bereits bis zum 29. Juli eine Voranmeldung beim IOC abgeben", sagte Christian Klaue, der Pressesprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Am Mittwoch berät das DOSB-Präsidium in Frankfurt am Main über die Münchner Niederlage im Kampf um die Winterspiele 2018 gegen Pyeongchang/Südkorea und über etwaige Konsequenzen.

Indirekt kritisiert Wowereit nach der Münchner Niederlage auch Thomas Bach, den Präsidenten des DOSB und Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC):

"Wenn wir mit einem deutschen IOC-Vizepräsidenten in eine Bewerbung um Winterspiele gehen und ein derart schwaches Ergebnis mit 25 von 95 Stimmen herauskommt, dann muss man doch mal die Frage stellen: Versteht eigentlich noch jemand, wie das IOC denkt?"

Wowereit übte am bisherigen Auswahlverfahren des DOSB scharfe Kritik: "Hier wird eine ganz merkwürdige Politik gemacht. Wenn man beim DOSB der Auffassung ist, bei der Abstimmung um Olympische Sommerspiele keine Chance zu haben, dann muss man sich um Winterspiele bewerben. Wenn man aber immer das eine gegen das andere ausspielt, wird man gar nicht erfolgreich sein", sagte der SPD-Politiker.

Wowereit habe es immer für einen Fehler gehalten, "dass man sich für Winterspiele ins Gespräch gebracht hat, obwohl man sich für Sommerspiele hätte bewerben können. Leider ist jetzt auch die Zeit für eine Bewerbung um die Spiele 2020 überaus knapp geworden."

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