Bundeskanzlerin Angela Merkel hat München von einem allzu schnellen Votum für eine erneute Olympia-Kandidatur abgeraten.

"Die Frage einer weiteren Bewerbung Münchens stellt sich jetzt noch nicht, da erst einmal die letzte Entscheidung verarbeitet werden muss", sagte die Regierungschefin in einem Gespräch mit der "Sport Bild".

Auf jeden Fall müsse man zur Kenntnis nehmen, dass "es auch für Pyeongchang eine sehr lange Wegstrecke war. Die Südkoreaner haben sich immerhin zum dritten Mal beworben, also wirklich einen langen Atem bewiesen - und das hat sich für die diesmal ausgezahlt."

Die Einführung eines Sportministers im Bundeskabinett lehnt Merkel nach wie vor ab.

"Der Sport ist beim Innenminister gut aufgehoben", sagte die Kanzlerin: "Als ich noch Jugendministerin war, wollte ich immer gerne die Zuständigkeit für den Sport haben. Aber jetzt sehe ich, es gibt gute Gründe, dass der Sport dort bleibt. Nicht zuletzt, weil viele erfolgreiche Athleten bei Zoll und Polizei beschäftigt sind."

Sehr wichtig sei es für Deutschland, dass es derzeit über eine ganze Reihe an Ausnahmesportlern verfüge.

"Es ist wichtig für die Gesellschaft, Vorbilder zu haben", sagte Merkel: "Und zurzeit sind wir wirklich verwöhnt: Özil und Khedira in Spanien, Nowitzki in den Vereinigten Staaten oder Kaymer und Vettel auf der ganzen Welt - das sind doch tolle Botschafter für unser Land."

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