Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier hat den vorläufigen Verzicht auf eine erneute Bewerbung von München um die Olympischen Winterspiele scharf kritisiert.

"Das verstehe ich absolut nicht, ein Wahnsinn", sagte der 48-Jährige in einem Interview mit dem "Donaukurier" und fügte hinzu: "Wir denken zu wenig in die Zukunft, Visionäre haben bei uns einfach keine Chance mehr. Das ist total schade."

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte sich am 3. Dezember wie erwartet gegen eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 ausgesprochen.

Einer entsprechenden Beschlussvorlage des Präsidiums hatte die Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme und mit nur vier Enthaltungen zugestimmt. DOSB-Generalsekretär Michael Vesper betonte jedoch mit Verweis auf die einschränkende Formulierung "zum jetzigen Zeitpunkt": "Die Tür ist nicht zu."

München hatte im vergangenen Juli im südafrikanischen Durban bei der Wahl des Gastgebers der Olympischen Winterspiele 2018 klar gegen das südkoreanische Pyeongchang verloren.

Diese Niederlage müsse man doch "sportlich" sehen, sagte Wasmeier: "Man hat halt verloren, dann versucht man's halt wieder. Aber jetzt ziehen die den Schwanz ein, das verstehe ich einfach nicht." Die Sponsoren, glaubt Wasmeier, "hätten doch alle wieder mitgemacht".

Wasmeier ist zugleich überzeugt davon, dass sich die 30 Millionen Euro Investitionen in die gescheiterte Bewerbung ausgezahlt haben.

Das Geld habe sich "total rentiert", "das ist perfekte Werbung und nachhaltige Imagearbeit - und darum geht es doch. 30 Millionen Euro sind doch gar nichts, die Bewerbung war das Hundertfache wert", sagte der Doppel-Olympiasieger von 1994.

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