Wladimir Putin rudert weiter zurück: Russlands Präsident erklärte nach Boykott-Forderungen gegen die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi (7. bis 23. Februar) in einem Fernseh-Interview, das Homosexuellen-Gesetz sei nicht zur Ausgrenzung von Leuten mit nicht-traditioneller Orientierung verabschiedet worden.

"Es geht dabei nur um den Schutz Minderjähriger vor öffentlicher Propaganda durch nicht traditionell orientierte Menschen", machte Putin deutlich und fügte hinzu: "Das Gesetz war nötig wegen des alarmierenden Bevölkerungsrückgangs in Russland. Denn Leute mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften können keine Kinder produzieren."

Der russische Präsident bestätigte seine schriftlich gegebene Zusicherung an das Internationale Olympische Komitee (IOC): "Während Olympia oder anderen großen Sportevents wird Russland strikt die olympischen Prinzipien befolgen, die jede Art von Diskriminierung von Menschen verbieten."

Allerdings hat Putin ein Dekret erlassen, das in Sotschi alle öffentlichen Demonstrationen verbietet, die "nicht im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Olympischen Spiele" stehen. Daraufhin hatte der gegen das Homosexuellen-Gesetz kämpfende Aktivist Nikolaj Alexejew auf Twitter erklärt: "Es wird trotzdem eine Gay-Parade geben."

Die rekordverdächtigen Milliardenausgaben für die Wettbewerbe verteidigt Putin: "Wir haben das getan, damit der Süden Russlands attraktiver und komfortabler wird, nicht nur für die Zeit der Winterspiele, sondern auf Jahrzehnte", sagte Putin in einem am Mittwoch in Moskau veröffentlichten Interview. Sportstätten und Infrastruktur kosten nach offiziellen Angaben insgesamt rund 37,5 Milliarden Euro.

"Unsere Bürger sollen nicht irgendwohin in den Urlaub fahren, in die Türkei, nach Europa, nach Italien, sondern ihr Geld hier ausgeben", sagte Putin. Hunderte Kilometer Straße sowie Dutzende Tunnel und Brücken seien in der Schwarzmeerregion gebaut worden, sagte Putin, der nahe Sotschi eine Residenz nutzt.

Der Präsident betonte zudem, die Spiele vom 7. bis 23. Februar 2014 seien trotz der Nähe zum Konfliktgebiet Nordkaukasus sicher. Die russischen Behörden arbeiteten eng mit ihren Kollegen aus den USA und Europa zusammen, meinte der frühere Geheimdienstchef.

"Alle diese Leute erkennen ihre Verantwortung vor den Sportlern, vor den Sportliebhabern und den Zuschauern an." Radikale Islamisten haben mit Anschlägen gedroht.

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