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Andrea Henkel (r.) gewann 2002 in Salt Lake City Olympisches Gold im Einzel © getty

Die Generalprobe in Antholz hätte besser nicht laufen können: Henkel siegt vor Neuner und auch Peiffer überzeugt.

Antholz - Deutschlands Biathleten sind schon vor Olympia im Goldrausch.

Andrea Henkel feierte mit der schwarz-rot-goldenen Fahne ihren Triumph, Arnd Peiffer jubelte über den ersten Saisonsieg der Männer und Magdalena Neuner lief zum siebten Mal in Serie aufs Treppchen.

Mit vier Siegen und insgesamt zehn Podestplätzen im Gepäck reisen die Skijäger voller Selbstvertrauen zu den Winterspielen nach Vancouver (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

"Die Olympia-Generalprobe ist perfekt geglückt. Wir sind in Medaillenform", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang nach der Gala in Antholz.

Neuner hat es drauf

Die erfolgreichste Sportlerin in Italien war einmal mehr "Gold-Lena" Neuner, auch wenn vier Schießfehler im Jagdrennen den Dreifachtriumph kosteten.

"Auch wenn es nicht der Hattrick geworden ist - ich darf mich über einen zweiten Platz und zwei Siege wirklich nicht beschweren. Mein erklärtes großes Ziel ist es, Olympiasiegerin zu werden. Ich habe gesehen, dass ich es drauf habe", sagte Neuner.

23,3 Sekunden nach Henkel kam die sechsmalige Weltmeisterin trotzdem fröhlich winkend ins Ziel, schließlich gab es in Italien nach einem Dreifacherfolg zum Auftakt den zweiten Doppelsieg für die überragenden deutschen Frauen in Serie.

Nicht beirren lassen

"Mir war es eigentlich egal, ob ich Erste oder Zweite werde. Aber ich habe mich von Lena nicht beirren lassen", sagte Henkel.

Mit stählernen Nerven und nur einem Schießfehler machte sie den 18. Weltcup-Sieg ihrer Karriere perfekt und kassierte 10.000 Euro Siegprämie.

Sieg und Platz zwei

Gleich 17.500 Euro nahm Arnd Peiffer nach dem besten Wochenende seiner Karriere mit. Erst auf den letzten Metern des Jagdrennens verpasste er den Doppeltriumph.

Nach dem letzten Schießen hatte der nervenstarke 22-Jährige noch mit 8,1 Sekunden geführt, doch am Ende reichte es 1,7 Sekunden hinter dem Österreicher Daniel Mesotitsch "nur" zu Platz zwei.

"Ich habe Vollgas gegeben, aber es hat nicht gereicht. Mit dem zweiten Platz und dem Sieg bin ich trotzdem super zufrieden. Ich hebe nicht ab vor Vancouver, aber ich habe genug Selbstvertrauen", sagte Peiffer.

Auch Stephan in Medaillenform

Schließlich hatte er am Samstag in überzeugender Manier den zweiten Weltcup-Sieg seiner Karriere gefeiert und den Bann für das deutsche Team gebrochen.

Nach 10 km ohne Fehlschuss lag der neue deutsche Teamstar 6,0 Sekunden vor dem Österreicher Dominik Landertinger.

Der Jagd-Fünfte Christoph Stephan rundete als Dritter das überragende deutsche Resultat ab.

Tolles Geburtstagsgeschenk

Bundestrainer Frank Ullrich war an seinem Geburtstag begeistert: "Das ist ein tolles Geschenk für mich und ein gutes Omen für Olympia." Schließlich hat er neben dem wegen einer Erkältung nach Hause gereisten dreimaligen Olympiasieger Michael Greis jetzt zwei weitere heiße Medaillenkandidaten.

Die letzten beiden Tickets für Kanada werden trotz mäßiger Leistungen an Alexander Wolf (22. und 28.) und vielleicht auch an Olympiasieger Michael Rösch (44. und 27.) gehen.

Gesundheitliche Probleme bei Schempp

Allerdings hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) das letzte Wort, da Rösch nicht einmal in die Nähe des geforderten 15. Platzes gekommen war.

Talent Simon Schmepp, der wie Wolf eine halbe Olympia-Qualifikation geschafft hatte, wurde ein 89. Platz im Sprint zum Verhängnis. Chefcoach Ullrich: "Er hat gesundheitliche Probleme, da ist eine Überforderung da."

Bei den Frauen dürften Neuner, Henkel und wohl auch der dreimaligen Olympiasiegerin Kati Wilhelm ihr Ticket im Sprint zum Olympia-Auftakt sicher haben.

Fünf Goldmedaillen in Reichweite

Am 1. Februar reist das deutsche Team zum Trainingslager nach Vancouver Island, am 9. Februar ist dann der Einzug ins Olympische Dorf in Whistler geplant.

Neuner: "Wir haben nach diesen Leistungen keinen Grund, aufgeregt zu sein."

Die fünf deutschen Goldmedaillen von 2006 in Turin scheinen auch in Vancouver kein unerreichbares Ziel zu sein.

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