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Magdalena Neuner debütierte 2006 als mehrfache Juniorenweltmeisterin im Weltcup © getty

Nach dem Gewinn der Silbermedaille spricht Magdalena Neuner über den emotionalsten Moment ihrer Karriere und die weiteren Ziele.

Vancouver - Auch wenn am Ende nur Silber und nicht Gold um den Hals von Magdalena Neuner hing, stand der sechsmaligen Weltmeisterin ein Lächeln ins Gesicht geschrieben.

Denkbar knapp hatte sie im Sprint von Whistler das oberste Sieger-Treppchen verpasst und musste nur der Slowakin Anastasia Kusmina den Vortritt lassen. 203070(Bilder des Rennens)

"Das ist ein Traum. Allerdings habe ich mich schon ein bisschen geärgert, dass ich die Kusmina auf der Schlussrunde nicht gekriegt habe", erklärte Neuner nach dem Zieleinlauf.

Doch der Gold-Hunger der 23-Jährigen ist nicht zu bändigen. Ihre hochgesteckten Ziele will sie auf alle Fälle erreichen. (DATENCENTER: Der 7,5-km-Sprint)

Im Interview spricht Neuner über den emotionalsten Moment ihrer Karriere, den Erfolgsdruck und ihre Ambitionen für die kommenden Aufgaben. 202273(DIASHOW: Deutschlands Gold-Hoffnungen)

Frage: Magdalena Neuner, wie fühlen Sie sich mit der Silbermedaille um den Hals?

Magdalena Neuner: Das war die emotionalste Medaillenzeremonie meiner Karriere. Ich habe das bei der WM ja schon miterlebt, aber das hier war etwas ganz Besonderes. Als die Fahne hochging, wusste ich, dass sich der viele Schweiß und die Schinderei gelohnt haben. Ich habe schon als Kind von einer Olympiamedaille geträumt. Ich bin froh, jetzt dieses große Ding um den Hals zu haben. Sie ist ganz schön schwer, aber echt schön.

Frage: Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann hat Ihnen ja seine Goldmedaille gezeigt ...

Neuner: Es ist eine besondere Motivation, jetzt noch ein Treppchen aufzusteigen. Gold ist auch eine schöne Farbe, und die Chancen stehen ja nicht schlecht. Meine Silbermedaille soll nicht alleine bleiben.

Frage: Wie fühlt es sich an, die erste Medaille für das deutsche Olympiateam gewonnen zu haben?

Neuner: Ist schon ein cooles Gefühl. Wir waren zwar die ersten Sportler, die hier am Start waren, aber dass es bei mir gleich so gut geklappt hat, macht mich überglücklich.

Frage: Sie lagen im Ziel nur 1,5 Sekunden hinter der Slowakin Anastasia Kusmina zurück. Haben Sie Silber gewonnen oder Gold verloren?

Neuner: Da gibt es für mich nur eine Sichtweise. Ich habe in meinem allerersten olympischen Rennen Silber gewonnen. Ich habe alles gegeben und bin stolz auf mich. Kusmina war diesmal ein wenig schneller als ich. Auch wenn ich den Rückstand auf der Schlussrunde wirklich zu gerne noch aufgeholt hätte. Ich glaube, ich werde hier schon noch Gold holen.

Frage: Nach sechs WM-Titeln nun Olympia-Silber. Wie ordnen Sie den Erfolg ein?

Neuner: Als Weltmeisterin ist man die Beste. Das ist schon cool. Aber mit einer olympischen Medaille wird man so ein bisschen zur Legende.

Frage: Ist nach diesem Auftakt der ganz große Druck weg?

Neuner: Welcher Druck? Ich habe mir gar keinen Druck gemacht. Ich habe mir eingeredet, dass es hier ein ganz normaler Sprint ist. Nur 7,5 km und zweimal Schießen. Fertig. Es hat geklappt. Ich habe sehr viel mental an mir gearbeitet und hatte Erfolg.

Frage: Vor dem Start hat man Sie mit Kopfhörern fast tanzend in der Aufwärmzone gesehen. Waren waren das für heiße Rhythmen?

Neuner: Das war klassische Musik, nichts Besonderes. Aber es ist ein Baustein.

Frage: Aber Sie haben schon im Training sehr stabil geschossen und mit nur einem Fehler am Schießstand den Grundstein zum Erfolg gelegt ...

Neuner: Selbst als der eine Schuss daneben ging, habe ich immer an mich geglaubt. Ich habe den Fehler sofort erkannt und mich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ich bin sechsmal Weltmeister, ich muss nichts mehr erzwingen. Ich will einfach nur gewinnen.

Frage: Nächste Chance ist das 10-km-Jagdrennen am Dienstag ...

Neuner: Ich will natürlich den Sieg. Ich trete doch nicht an, zu Fünfte zu werden. Und meine Ausgangsposition ist erstklassig.

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