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Der Bayer Michael Greis gewann im Winter 2006/07 den Gesamt-Weltcup © getty

Michael Greis zittert im Sprint die Hand. "König" Björndalen ergeht's noch schlimmer. Ein Franzose nutzt die Gunst der Stunde.

Whistler - Die deutschen Biathleten haben bei ihrem schwächsten Olympia-Auftakt überhaupt im dichten Schneeregen von Whistler buchstäblich den Durchblick verloren.

Im 10-km-Sprint, in dem bei teilweise katastrophalen äußeren Bedingungen nur die ersten zehn Starter eine reelle Siegchance hatten, landete Christoph Stephan (Oberhof) als bester Deutscher auf Platz 19. (DATENCENTER: Der 10-km-Sprint)

Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) wurde 21. "Ich wusste schon am Start, dass da nichts geht", sagte Stephan.

Gold gewann der glückliche Franzose Vincent Jay mit Nummer 6 vor dem Mitfavoriten Emil Hegle Svendsen (Norwegen/Startnummer 10) und Außenseiter Jakov Fak (Kroatien/Startnummer 4).

"Das war ein irreguläres Rennen"

Jay hatte vor einem Jahr beim Olympiatest an gleicher Stelle seinen ersten Weltcupsieg gefeiert.

"Das war ein irreguläres Rennen, aber wir sind halt eine Outdoor-Sportart und hatten heute kein Glück", sagte Bundestrainer Frank Ullrich am Tag nach dem Silberlauf von Magdalena Neuner: 203122(DIASHOW: Tag 2 bei Olympia)

"Wir hatten bei diesen Bedingungen keine Chance und konnten nur Schadensbegrenzung betreiben. Stephan ist sehr gut gelaufen und hätte hier bei gutem Wetter ein großes Ding durchziehen können."

"Man kann sowieso nichts mehr machen"

Nur Michael Greis hatte sich in die erste Startgruppe einordnen lassen, doch seine 31 war auch schon zu hoch. Mit Rennbeginn begann es zu regnen, später zu schneien, die Bedingungen wurden im stumpfen Weiß nach hinten heraus immer schlechter.

Greis kam zwar noch mit einer guten Zwischenzeit zum Liegendschießen, ließ dann aber die letzte Scheibe stehen.

"Es hat nicht sollen sein, es war ein ganz schlechter Tag", sagte Greis, der aber wie seine drei Teamkollegen den Blick lieber nach vorne richten wollte: "Das ist für den Verfolger nicht so gut, aber es hilft nicht, da jetzt nachzuhängen. Man kann sowieso nichts mehr machen."

Scheiben fast nicht zu erkennen

Beim Stehendschießen waren im dichten Schneeregen die Scheiben fast nicht mehr zu erkennen, Greis hatte wie so viele Favoriten keine Chance und kam mit 1:48,2 Minuten Rückstand auf den Sieger ins Ziel.

Fünf Sekunden besser war mit großem Kampfgeist noch der weiter hinten gestartete Christoph Stephan. Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer versanken trotz besserer Schießleistungen regelrecht im Tiefschnee.

Vor vier Jahren hatte Greis zum Olympia-Auftakt noch Gold über 20 km gewonnen. Damals in San Sicario stand auch im Sprint in Sven Fischer ein Deutscher ganz oben.

Ein Kroate holt Bronze

Der jetzige TV-Experte hatte vor dem Rennen gesagt: "Bei dem Wetter hat Björndalen die besten Karten."

Fischer irrte sich - der fünfmalige Olympiasieger und Topfavorit Ole Einar Björndalen (Norwegen) verschenkte schon beim ersten Schießen mit drei Fehlern alle Chancen und war am Ende nur zwei Sekunden besser als Stephan.

Dass der große Norweger in Whistler noch von sich reden machen wird, davon ist sein zweitplatzierter Landsmann Emil Hegle Svendsen fest überzeugt: "Das war nicht gut für ihn heute, aber Ole kommt zurück, ganz sicher."

Jagdrennen am Dienstag

Am Dienstag besteht für die deutschen Pechvögel im Jagdrennen (21.45 Uhr LIVE) die Chance zur Wiedergutmachung, allerdings sind die Rückstande nach vorn nach dem Debakel im Sprint schon sehr groß.

Magdalena Neuner hat am Dienstag im Jagdrennen (19.30 Uhr LIVE) ihre zweite Goldchance - dann will sie die 1,5 Sekunden auf Olympiasiegerin Anastasia Kusmina (Slowakei) aufholen.

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