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Magdalena Neuner debütierte 2006 im Biathlon-Weltcup © getty

Magdalena Neuner geht siegessicher in die Biathlon-Verfolgung. Bei den Herren geht es dagegen nur um Schadensbegrenzung.

Whistler - Silber in der Tasche, Gold im Visier: Für Magdalena Neuner gibt es vor ihrem zweiten Start im Whistler Olympic Park keine Zweifel am Erfolg ihrer Aufholjagd.

"Ich werde mir den Olympiasieg holen. Meine Ausgangsposition ist hervorragend", sagt die sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin vor dem 10-km-Jagdrennen am Dienstag (Di, 19. 30 Uhr LIVE).

Nur 1,5 Sekunden muss die Ausnahmeläuferin in ihrer Lieblingsdisziplin Jagd gegen Sprintsiegerin Anastasia Kusmina aus der Slowakei aufholen 203070(Bilder des Sprints).

Dagegen starten die deutschen Männer um Dreifach-Olympiasieger Michael Greis nach ihrer Pleite im Sprint chancenlos ins Rennen (Di., 21.45 Uhr LIVE).

Die Ruhe in Person

Magdalena Neuner ist nach ihrem zweiten Platz im Sprint die Ruhe in Person.

"Ich war jetzt in den letzten Wochen achtmal hintereinander auf dem Siegerpodest. Ich bin ganz entspannt. Das mit dem Olympiagold wird schon klappen", sagt sie selbstbewusst.

Und versichert: "Die Kusmina vor mir kann auch schnell laufen. Das ist für mich perfekt."

Viele nachträgliche Präsente

Zusätzlichen Motivationsschub brachten Mutter Margit und Vater Paul aus dem heimatlichen Wallgau nach Whistler.

Die Eltern hatten beim ersten Treffen jede Menge nachträglicher Geburtstagspräsente von Freunden und Verwandten im Reisegepäck: Neuner war am 9. Februar 23 Jahre alt geworden.

Nach einem freien Tag mit Faulenzen und nur einer kleinen Jogging-Tour durch das olympische Athleten-Dorf, stieg "Silber-Lena" am Montag wieder ins Training für den Angriff auf Gold ein.

Müssiggang macht Trio Mut

Bundestrainer Uwe Müssiggang sieht seine Musterschülerin "natürlich als Favoritin, denn sie ist beim Schießen deutlich stabiler geworden. Und läuferisch bestimmt Lena ohnehin das Niveau."

Müssiggang erwartet auch, dass "vorne Fehler geschossen werden" - damit macht der Coach seinem im Sprint schwer geschlagenen Mitfavoriten-Trio Mut.

Simone Hauswald (1:18 Minuten zurück), Andrea Henkel (1:20) und Kati Wilhelm (1:31) starten mit erheblichem Rückstand in das Rennen.

"Die Kunst wird sein, selbst keine Fehler zu schießen. Dann ist nach vorne noch viel möglich", glaubt Müssiggang.

Vor vier Jahren in San Sicario war Kati Wilhelm immerhin von Sprintplatz sieben noch zum Olympiasieg gestürmt.

Greis pessimistisch

Männer-Leitwolf Michael Greis schätzt seine Chancen für eine erfolgreiche Aufholjagd dagegen eher skeptisch ein: "Da müssten die vorne schon total vorbei ballern."

Greis nimmt die 12,5-km-Jagd mit 1:48 Minuten Rückstand auf Sprint-Olympiasieger Vincent Jay aus Frankreich auf.

Allerdings waren beim Startgruppen-Rennen im Schneematsch des Callaghan Valley etliche krasse Außenseiter auf vordere Plätze gelaufen: Sie könnten von Stars wie Greis oder Ole-Einar Björndalen (1:41 Minuten zurück) in Bestform noch eingeholt werden.

Nur "Schadensbegrenzung" möglich

Männer-Bundestrainer Frank Ullrich rief nach "dem verrücktesten Sprint meiner Karriere" dazu auf, "am Dienstag Schadensbegrenzung zu betreiben."

Olympia-Debütant Arnd Peiffer, der sich bei der Startgruppen-Wahl schwer verpokert hatte und im Schneetreiben über zwei Minuten auf die Spitze verlor, blickte gewohnt gelassen nach vorne.

"Ich lasse mir die gute Laune nicht verderben, will mein zweites Olympiarennen genießen, möglichst gut schießen und einige Plätze gutmachen. Ob ich am Ende dann 15. oder 20. werde, ist vollkommen wurscht."

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