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Christoph Stephan gewann 2009 bei der WM in Pyeongchang Einzel-Silber © getty

Nach der dritten Nullnummer spricht Sportdirektor Pfüller von einem Wermutstropfen. Der Bundestrainer gibt sich kämpferisch.

Whistler - Drei Rennen, null Medaillen: Nach der 20-km-Pleite sind Michael Greis und die deutschen Biathleten in Whistler massiv unter Beschuss geraten. (DATENCENTER: 20-km-Herren)

"Das ist schon traurig. Das kann man nicht leugnen", sagt Thomas Pfüller.

Der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) muss sein jahrelang erfolgreiches Team ohnehin umkrempeln. Nach 12 Jahren in der Verantwortung quittiert Bundestrainer Frank Ullrich am Saisonende seinen Dienst.

"Wir hatten seit dem Traumergebnis von Turin 2006 vier erfolgreiche Jahre, aber das hier war ein Wermutstropfen", sagt Pfüller.

Klares Ziel vor Augen

Der DSV-Boss kündigte eine gründliche Saisonauswertung an und fordert die Männer-Abteilung auf, im Massenstart (So., 19.45 Uhr LIVE) und in der Staffel den "aktuellen Eindruck zu korrigieren".

Trotz der Enttäuschung auf der Langdistanz, auf der Michael Greis mit mehr als zwei Minuten Rückstand auf Sieger Emil Hegle Svendsen (Norwegen) als Zehnter der Beste war, gab sich Ullrich kämpferisch.

"Wir sind hier bei Olympischen Spielen. Da geht es darum, Medaillen zu gewinnen. Unser Ziel ist eine Einzel- und eine Staffelmedaille. Das ist noch möglich."

Andreas Birnbacher hatte Platz 12 belegt, Alexander Wolf wurde 24., Christoph Stephan 29. (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

"Beim Biathlon ist alles möglich"

Für Leitwolf Greis glaubt offenbar nicht mehr so richtig an ein Happy End in Kanada: "Olympische Spiele sind Momentaufnahmen. Ich habe in Turin einen außergewöhnlichen Moment erlebt und dreimal Gold gewonnen. Ich sehe das hier ganz entspannt und mache mir keinen Druck."

Wenigstens mit der Staffel, die seit dem Gold-Triumph von 2006 kein einziges Rennen mehr gewann, will Greis noch "um die Medaille mitkämpfen. Beim Biathlon ist alles möglich. Aber fest steht, dass wir schneller laufen müssen."

Olympianormen nur teilweise erfüllt

Die Flaute der jahrelang überragenden deutschen Biathleten kommz insgesamt aber nicht überraschend. Nur Arnd Peiffer gelang - allerdings in Abwesenheit von Svendsen und Superstar Ole Einar Björndalen - in Antholz ein Weltcup-Sieg.

Außer dem international noch unerfahrenen Youngster schaffte nur Greis in den bisher 17 Saisonrennen zweimal (2. in Oberhof/3. in Ruhpolding) den Sprung aufs Podest.

Mit Ach und Krach erfüllten Birnbacher und Stephan die interne Olympianorm, Wolf und Reservist Simon Schempp schlichen sogar mit einer Teilnorm noch ins Vancouver-Team.

Kommt Kirchner für Ullrich?

In den Zeiten der Stars um die viermaligen Olympiasieger Ricco Groß und Sven Fischer ein undenkbarer Vorgang.

Ullrich hat den Umbau der Mannschaft nach Turin eingeleitet, er ist aber über Achtungserfolge nicht hinausgekommen.

Im Frühjahr wird der Posten neu besetzt.

Als Favorit gilt Ullrichs Co-Trainer Mark Kirchner, in dessen Oberhofer Trainingsgruppe sich Peiffer und Ex-Juniorenweltmeister Daniel Böhm zuletzt gut entwickelten.

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