Lena Neuners Verzicht auf die ist schwer zu verstehen. Selbstlosigkeit und mentale Erschöpfung passen nicht zu der Topathletin.

Sie ist die Athletin dieser Spiele, und das nicht nur aus deutscher Sicht.

Mit Goldmedaillen und einer silbernen schickt sich Magdalena Neuner an, gleich bei ihrem Debüt an Olympiasiegen mit der erfolgreichsten deutschen Biathletin Kati Wilhelm gleichzuziehen. Schickte - muss man nun sagen.

Denn am späten Sonntagabend gab Neuner ihren Verzicht auf die Staffel bekannt, in der die Deutschen erster Goldanwärter sind.

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Ihre Absage ist so überraschend wie unverständlich. Vor den Spielen hatte sich die 23-Jährige stets forsch und erfolgshungrig präsentiert. Ebenso nach ihrem Triumph in der Verfolgung. (VIDEO: Gold-Lena setzt weiter auf Angriff)

Nun aber gibt sie sich selbstlos und zaghaft. Nach dem Trubel der vergangenen Tage wolle sie vermeiden, "dass die Mädels wegen mir keine Medaille holen".

Dabei haben Wilhelm und Co. in Whistler - mal abgesehen von Simone Hauswalds Massenstart-Bronze - nicht an ihre Auftritte im Weltcup angeknüpft. Die Erfolgsaussichten in der Staffel sind ohne die mittlerweile auch beim Schießen verlässliche Neuner folglich geschrumpft. Und Neuners Aussichten, einmal als eine Michael Phelps des Wintersports in die Geschichte einzugehen, ebenso.

Neuner, auch im Spiel mit den Medien stets eine Gewinnerin, weiß seit ihrem Tief im vergangenen Winter, wann sie sich zurückzuziehen und ganz auf den nächsten Wettkampf zu fokussieren hat. Nun aber beugt sie sich dem Termindruck?

Vieles spricht dafür, dass eher teaminterner Druck für den Verzicht ausschlaggebend ist.

So dürfte Uwe Müssiggang - nach außen ruhig, aber notgedrungen hart in seinen Nominierungen - die Wallgauerin um des lieben Friedens Willen zu dieser Entscheidung bewogen haben.

Nun muss die dreimalige Olympiazweite von Turin Martina Beck nicht noch ein viertes Mal aussetzen.

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