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Martina Beck (l.) ersetzt Magdalena Neuner in der 4x6-km-Staffel © imago

Magdalena Neuners Staffel-Verzicht ist für die Teamkolleginnen eine Überraschung. Neuner-Ersatz Beck hat gute Erinnerungen an Whistler.

Whistler - Magdalena Neuner war nicht zu sehen, sie ging lieber shoppen.

Doch am Tag nach ihrem überraschenden Verzicht auf die Staffel am Dienstag (20.30 Uhr LIVE) verzog sich beim Training der Biathleten im Whistler Olympic Park so langsam der Pulverdampf.

"Wir haben uns für diese Variante entschieden, weil wir denken, dass in der Staffel die Schießleistung entscheidet", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Die Doppel-Olympiasiegerin Neuner, so seine Botschaft, ist am Schießstand ein Sicherheitsrisiko.

Neuner bereit, zu verzichten

Am Nachmittag nach dem Sieg von Neuner im Massenstart-Rennen hatten sich Müssiggang und "Gold-Lena" zu einem Gespräch unter vier Augen zusammengesetzt.

"Sie hat gesagt, dass sie gerne laufen würde, aber auch bereit wäre, zu verzichten", berichtete der Bundestrainer von der Unterredung.

Neuner unterrichtete anschließend die anderen deutschen Biathletinnen. "Sie hat mich selbst angerufen und gesagt, dass ich laufen darf", berichtete Martina Beck, die nun für Neuner in die Mannschaft rutscht.

Beck: Einsatz verdient

"Ich war sehr überrascht, als ich das von ihr erfahren habe. Aber es ist ein ganz großer Zug von Lena, dass sie den Platz für Martina frei macht", sagte Kati Wilhelm. "Das ist voll krass, dass die Lena das gemacht hat", ergänzte Martina Beck nach dem Training am Montag.

Die 30-Jährige war bislang nur über 15 km zum Einsatz gekommen, dort hatte sie Rang 29 belegt. "Für mich ist bislang alles schief gelaufen hier", erklärte Beck, betonte aber auch: "Ich bin eine starke Staffel-Läuferin, ich habe den Einsatz verdient."

Beck in guter Verfassung

Genau genommen galt Magdalena Neuner aber bereits vor Olympia als Wackelkandidatin. Martina Beck hingegen gilt als zuverlässig am Schießstand. "Sie ist in einer sehr guten Verfassung", versicherte Müssiggang.

Außerdem hatte die dreifache Olympia-Zweite der Spiele 2006 in Turin in der Olympia-Vorbereitung überzeugt: Auf Vancouver Island gewann Beck den letzten Testwettkampf. Und: "Lena hatte immer schon mal ein schlechtes Rennen", sagte Wilhelm.

Wilhelm zuversichtlich

In der Tat hatte Neuner vor Olympia nur eines von vier Staffel-Rennen bestritten: am 15. Januar beim Weltcup in Ruhpolding. Dabei patzte sie mehrfach, das deutsche Quartett belegte dadurch nur Rang vier.

Doch zweimal Gold und einmal Silber in Whistler ließen offenbar auch bei Neuner den Eindruck entstehen: Ich laufe jetzt auch die Staffel.

Dass dem nun nicht so sein wird, bereitet Kati Wilhelm kein Kopfzerbrechen: "Unsere Staffel ist trotzdem nicht schlecht."

Neuner lässt Fotografen warten

Probleme hatte so am Tag nach dem großen Knall nur Christian Manzzoni.

Der offizielle Fotograf des Biathlon-Weltverbandes IBU hatte sich mit Magdalena Neuner zum Fotoshooting im Callaghan Valley verabredet - doch die Doppel-Olympiasiegerin ging lieber mit ihren Eltern zum Einkaufs-Bummel durch Whistler.

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