vergrößernverkleinern
Michael Greis traf in der Staffel als Schluss- läufer alle Scheiben ohne nachzuladen © getty

Nach dem Debakel von Whistler tritt Michael Greis um sich. Ein bewährter Motivator habe gefehlt. Dessen Comeback deutet sich an.

Whistler - Die goldenen Zeiten sind vorbei, die deutschen Biathleten waren die großen Olympia-Verlierer von Vancouver.

"Das ist ganz bitter", sagte auch Thomas Pfüller völlig enttäuscht. Der Sportdirektor des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) kündigte nach dem schwächsten Männer-Ergebnis seit 42 Jahren umgehend personelle Entscheidungen an. (DATENCENTER: Das Staffel-Ergebnis)

Michael Greis, in Turin 2006 noch dreifacher Olympiasieger, war ebenfalls bedient. "Nur herzukommen und zu denken, die Dinge werden schon gut laufen, das reicht nicht", sagte der einstige Gold-Held offen.

Greis vermisst den nötigen Teamgeist

Zwei fünfte Plätze in der Verfolgung und in der Staffel 207913(Die Bilder) waren für Greis diesmal die besten Ergebnisse - ein Albtraum für die erfolgsverwöhnten deutschen Biathleten.

Die Erklärungsversuche von Greis waren ebenfalls alles andere als medaillentauglich. "Es ist uns nicht gelungen, den Teamgeist zu entfachen, den man bei Winterspielen braucht", sagte Greis.

Das kann natürlich auch als ein Seitenhieb auf den scheidenden Bundestrainer Frank Ullrich interpretiert werden.

"Fischer hätte uns pushen können"

Greis spielte darauf an, dass er gerne den früheren Ullrich-Co und Albertville-Olympiasieger Fritz Fischer im Team gehabt hätte: "Ich habe schon vor den Spielen gemerkt, dass der Fritz mit seiner Ausstrahlung unheimlich positiv auf mich wirkt. Er hätte uns hier richtig pushen können."

Beim Deutschen Ski-Verband scheint das Comeback Fischers, der 2007 aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war, beschlossene Sache. "Fritz Fischer spielt in unseren Personalüberlegungen eine Rolle", sagte Pfüller.

Der DSV-Sportdirektor kündigte außerdem für die kommende Woche Gespräche dem künftigen Cheftrainer von Frauen und Männern Uwe Müssiggang an. Dabei geht es unter anderem um die Ausrichtung der Teams Richtung Sotschi 2014.

"Andi hat nie Vertrauen erhalten"

Fischer könnte künftig eine Trainingsgruppe mit Greis im Auge haben. Dazu könnten auch Olympia-Debütant Simon Schempp, der vor dem Aufstieg in den A-Kader stehende Toni Lang und Staffel-Enttäuschung Andreas Birnbacher gehören.

Birnbacher hatte das deutsche Quartett durch zwei Strafrunden um alle Medaillenchancen gebracht. "Andi ist eigentlich unser bester Stehendschütze, dann passiert ihm dieses Missgeschick ...", sagte Greis.

Die Schuld sucht Greis aber bei anderen, auch wenn er zunächst keine Namen nennen wollte: "Andi hat als Staffelläufer nie das richtige Vertrauen erhalten. Er hatte doch nie einen Stammplatz und war unsicher."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel