vergrößernverkleinern
Andre Lange wurde im Zweier in den Jahren 2003, 2007 und 2008 Weltmeister © imago

Pilot Andre Lange kann sich mit einem Sieg in die Geschichtsbücher eintragen. Überzeugt hat im Trainig aber ein Teamkollege.

Whistler - Mit goldblond gefärbtem Haar greift Andre Lange nach dem historischen Olympiasieg.

Bei der Jagd nach seiner vierten olympischen Goldmedaille lässt sich Lange auch nicht von den Diskussionen um den gefährlichen Hochgeschwindigkeitskurs im Whistler Sliding Centre aus der Ruhe bringen.

"Ich finde die Farbe Gold geil. Dass mit den Stürzen muss man ausblenden. Wir müssen vier ordentliche Fahrten machen", sagt der 36-Jährige aus Oberhof. ("Bin doch nicht lebensmüde")

Vier Goldmedaillen hat bei Olympischen Spielen noch kein Bob-Pilot geholt.

Kampfansage an Bob Deutschland I

"Ich sehe die Sache entspannt. Großen Druck verspüre ich nicht", sagt der deutsche Fahnenträger vor seinem Start mit seinem bärenstarken Anschieber Kevin Kuske (Oberhof) im Zweier-Wettbewerb (So., 2 Uhr LIVE).

Doch Lange droht Gefahr - und das ausgerechnet aus den eigenen Reihen.

Thomas Florschütz (Riesa) glänzte mit Anschieber Richard Adjei (Düsseldorf) im Training und richtete schon einmal eine kleine Kampfansage an Bob Deutschland I.

"Mein Ziel heißt nicht Platz sechs. Ich will so weit wie möglich vorne landen. Ich habe bewiesen, dass ich mit der Bahn zurechtkomme", sagte Florschütz voller Selbstbewusstsein.

Lange bleibt sich treu

Der dritte deutsche Pilot Karl Angerer (Königssee) zählt nur zu den Außenseitern.

Der Fokus richtet sich zum Abschluss seiner Karriere aber auf Lange. Der Ausnahmepilot der vergangenen Jahre schottet sich ab, gibt keine Interviews und ist voll auf den Wettkampf konzentriert.

So hatte er es in der Vergangenheit bei Olympischen Spielen immer gehalten, auch das Färben der Haare ist eine alle vier Jahre wiederkehrende Marotte.

Historischer Hattrick möglich

Nach dem Zweier-Wettbewerb (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen) steht für Lange im letzten Rennen seiner Karriere noch der Start im großen Schlitten an.

Auch in der Königsklasse Vierer kann er nach Gold 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin einen historischen Hattrick schaffen.

"Im Zweier und Vierer ist die Konkurrenz stark. Ich weiß auch nicht, wo meine Chancen größer sind", sagt Lange.

Steiniger Weg bis Vancouver

Dabei war Lange bis vor einigen Wochen nicht der Gold-Favorit im Vierer.

Zu Saisonbeginn stoppte ihn eine Adduktorenverletzung, dann gab es Probleme mit seinem Arbeitsgerät.

Seit dem Umstieg von einem Singer-Bob in den neuesten Schlitten des Forschungsinstitutes für die Entwicklung von Sportgeräten (FES) zählt der neunmalige Weltmeister aber wieder zum Favoritenkreis.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel