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Cathleen Martini stürzte im vierten Lauf, Anschieberin Romy Logsch flog aus dem Bob © getty

Die Europameisterin stürzt, die Anschieberin Logsch fliegt aus dem Bob. Kiriasis bleibt nur Blech. Kanada nutzt den Heimvorteil.

Die deutschen Bob-Frauen haben die Erwartungen bei den Winterspielen nicht erfüllt und sind leer ausgegangen.

Turin-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis (Winterberg) musste sich im Whistler Sliding Centre mit Platz vier begnügen, Claudia Schramm (Oberhof) wurde Siebte. (DATENCENTER: Die Bob-Entscheidung)

Eine Schrecksekunde gab es für Cathleen Martini (Oberbärenburg). Die Europameisterin stürzte im letzten Lauf, dabei wurde ihre Anschieberin Romy Logsch (Riesa) aus dem Bob geschleudert. Das Duo erlitt offenbar keine schwerwiegenden Verletzungen.

"Den Umständen entsprechend"

"Der Knöchel ist dick und meine Schulter ist blau. Eine Bobbahn ist eben kein Seidentuch. Es geht mir den Umständen entsprechend gut", sagte die 28-jährige Logsch, die durch die Reibung auf dem Eiskanal auch Verbrennungen erlitten hat.

Martini klagte derweil über Prellungen am Arm und wurde nach dem Rennen vom Arzt behandelt.

Gold für Humphries

Damit verpasste das hoch gehandelte Trio die zehnte Medaille des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) bei den Winterspielen.

Doch am Ende waren alle nur froh darüber, dass bei dem spektakulären Sturz von Martini/Logsch nicht mehr passiert war. (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

Den Olympiasieg sicherte sich nach vier Läufen Kaillie Humphries. Die Kanadierin hielt dem Druck vor ihrem Heimpublikum stand und verteidigte ihre Halbzeitführung erfolgreich.

Keine fehlerfreie Fahrt

Am Ende lag Humphries 0,85 Sekunden vor der zweiten Kanadierin Helen Upperton. Die Amerikanerin Erin Pac holte Bronze.

"Das hat sich schon am ersten Tag abgezeichnet", sagte BSD-Sportdirektor Thomas Schwab. Nach zwei Durchgängen lag die fünfmalige Saisonsiegerin Martini immerhin noch auf dem dritten Rang, doch insgesamt brachte die 27-Jährige keine fehlerfreie Fahrt im olympischen Eiskanal hinunter.

Dann kam es im abschließenden Lauf zum schlimmen Zwischenfall.

Probleme mit der High-Speed-Bahn

Auch Kiriasis hatte große Probleme. Die erfolgreichste Pilotin der Welt bekam mit Anschieberin Christin Senkel (Winterberg) den Hochgeschwindigkeitskurs schon im Training nicht richtig in den Griff.

Das setzte sich im Rennen fort. Schon am Start verlor das Duo viel Zeit auf die am Ende souverän siegende Humphries, die ihren Heimvorteil nutzte.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrerinnen hatten Humphries und Upperton zahlreiche Trainingsfahrten im Vorfeld der Winterspiele auf der Bahn in Whistler.

Zwei weitere Stürze

Die deutschen Pilotinnen konnten trotz ihres guten Materials nicht dagegenhalten.

Obwohl die umstrittene Eisrinne in den vergangenen Tagen durch Eisabbau weiter entschärft worden war, kam es bereits vor Martini zu zwei weiteren Stürzen.

Im dritten Lauf kippte die Britin Nicola Minichiello um, sie blieb aber wie ihre Bremserin Gillian Cooke unverletzt. Das galt auch für das russische Duo Olga Fedorowa/Julia Timofejewa, das im vierten Durchgang stürzte.

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