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Michael Wolf von den Iserlohn Roosters gehört zu den Marathon-Männern im DEB-Team © getty

Das DEB-Team ist zur Mini-Vorbereitung gezwungen: Nach der Generalprobe gegen Lettland steht nur Training an - und Aussortieren.

München - Die Aufgabe ist gewaltig, die Vorbereitung minimal: Ausgerechnet vor dem größten Eishockey-Spektakel aller Zeiten muss Uwe Krupp improvisieren.

Nur ein einziges Testspiel und sechs Trainingseinheiten hat der Bundestrainer, um die Nationalmannschaft auf das Olympia-Turnier in Vancouver vorzubereiten. (Krupp: Erwartungen sind zu hoch)

Doch jammern will der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger vor dem Treffen mit den NHL-Superstars im Eishockey-Mutterland nicht. (DATENCENTER: Der Spielplan von Vancouver)

Kürzeste Pause aller Profiligen

"Ich denke, die Zeit, über Sachen zu reden, die ich nicht beeinflussen kann, ist vorbei", sagt Krupp vor der Olympia-Generalprobe am Mittwoch (19.30 Uhr) in Frankfurt/Main gegen Lettland.

"Es ist alles gesagt, jetzt müssen wir das Beste aus der Situation machen. Ich habe im Vorfeld meine Meinung geäußert, jetzt ist nicht mehr die Zeit dafür."

Das Problem: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) spielt so lange weiter wie keine andere Profiliga. Selbst am Tag des Turnierauftakts in Vancouver (16. Februar) stehen noch drei Partien auf dem Programm, erst dann beginnt die lediglich zehntägige Pause. Schon am 27. Februar, einen Tag vor dem Olympia-Finale, geht es weiter.

Warten auf sieben NHL-Profis

"Das ist letztlich eine Notlösung, weil mit Olympia und der Heim-WM innerhalb von knapp drei Monaten zwei große Turniere anstehen", sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und betont: "Die Klubs wissen, dass sie ein Wochenende ohne ihre Nationalspieler auskommen müssen."

Krupp begrüßte sein Team, in dem einige Akteure schon 46 Liga-Spiele in den Beinen haben, am Dienstagnachmittag zum Unternehmen Olympia.

Ein Training am Abend, das Lettland-Spiel am Mittwoch und der Flug nach Kanada am Donnerstag - im Schnelldurchgang geht es nach Vancouver. Die sieben NHL-Profis stoßen erst am 15. Februar dazu, zwei Tage vor dem Auftaktspiel gegen Olympiasieger Schweden. 170201(DIASHOW: Der Kader für Olympia)

Minsker Block legt Beine hoch

Die Konkurrenz hat es besser. Ralph Krueger, Trainer der Schweizer "Nati", ist mit seinem Team bereits in Kanada und bestritt am Dienstag gegen den deutschen Vorrundengegner Weißrussland das erste von zwei Testspielen in Winnipeg. Am vergangenen Samstag gab es die letzten Punktspiele in der Nationalliga A.

Die KHL, in der Dinamo Minsk mit fast der kompletten weißrussischen Nationalmannschaft spielt, macht seit Sonntag Pause.

Und Norwegens Nationalspieler, die am Mittwoch ebenfalls schon in Kanada gegen die Uni British Columbia antreten, mussten am Samstag letztmals in der Liga aufs Eis.

Keine Tests in Vancouver

Krupp, der das Bemühen um mehr Vorbereitungszeit zuletzt als "Kampf gegen Windmühlen" bezeichnet hatte, verzichtet nach der Ankunft am Donnerstagabend in Vancouver auf weitere Testspiele.

"Einige Spieler wie Michael Wolf oder Thomas Greilinger, die auch beim Deutschland Cup gespielt haben, hatten seit Anfang September keine Pause", sagt der Bundestrainer: "Wir halten es für wichtig, dass wir auch mal fünf Tage nur trainieren."

Trainingsintensität und Erholungsphasen könnten damit genauer gesteuert werden, "wir erhoffen uns, dass wir so mit etwas vollerem Tank in dieses schwierige Turnier starten".

Bis zu drei müssen weichen

Den Flug nach Vancouver werden 19 Spieler antreten. Sollten alle sieben NHL-Profis fit zum Team stoßen, müssen drei Akteure vor dem Turnierstart wieder nach Hause. Ihnen entgeht "eine historische Sache", wie Krupp das Turnier der Besten der Besten in Kanada bezeichnet.

Die deutsche Mannschaft spielt in der Vorrunde gegen Olympiasieger Schweden, Finnland und Weißrussland. Dann folgt die erste K.o.-Runde, in der es um den Einzug ins Viertelfinale geht.

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