Erich Goldmann schreibt in seiner Sport1.de-Kolumne über den deutschen Kader für Vancouver. Er glaubt an eine NHL-Reihe.

Hallo Eishockey-Freunde,

es ist natürlich mühselig, über die Kaderzusammenstellung von Bundestrainer Uwe Krupp zu diskutieren. Nimmt man drei Trainer, erhält man drei unterschiedliche Aufstellungen. Dem einen gefällt die Spielweise des einen besser, dem anderen passt die andere wiederum besser zu seiner Philosophie.

Mir gefällt die Zusammenstellung vom Uwe. Es ist eine sehr erfahrene Truppe, obwohl die Anzahl der Länderspiele dies nicht unbedingt widerspiegelt. Aber allein der Fakt, dass wir sieben NHL-Spieler im Kader haben, ist vor allem bei der kleineren Eisfläche ein gutes Zeichen.

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Daher denke ich auch, dass Thomas Greiss im Tor den Vorzug vor Dennis Endras und Dimitri Pätzold erhalten wird. Für den Keeper bedeutet die kleinere Eisfläche die größte Umstellung aufgrund der Winkel, wie die Leute schießen, wie der Puck von der Bande zurückprallt und, und, und.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass Thomas sich in der NHL etabliert und es schon allein daher verdient hat, die Nummer eins zu sein.

Wenn man sich die Verteidigung ansieht, erkennt man, dass Uwe auf sehr große Verteidiger gesetzt hat. Das ist auch die Philosophie der kleinen Eisfläche. Ich kann mir auch vorstellen, dass Uwe nur mit drei Verteidigerreihen agiert. Das ist auf der kleinen Fläche - im Gegensatz zum internationalen Eishockey - durchaus üblich.

Im Sturm wird Uwe auf eine reine NHL-Reihe mit Sturm, Hecht und Goc setzen. Die zweite Reihe wird Mulock-Greilinger-Wolf heißen, die hat sich beim Deutschland Cup bewährt. Die zwei Reihen sind gegeben.

Ich finde ihn zwar unmöglich, aber was der deutschen Mannschaft in die Karten spielt, ist der neue Modus. Mit den drei Vorrundengruppen, von denen sich nur die drei Gruppensieger plus bestem -zweiten direkt fürs Viertelfinale qualifizieren, reicht dir schon ein Sieg, um in die Runde der letzten acht einzuziehen. Du hast die Möglichkeit, dich einzuspielen.

Für uns ist das ein Glückslos. Denn mit Schweden und Finnland in der Vorrunde ist es das maximal schwere Los in den ersten zwei Spielen. Die können wir auch nicht im ersten Spiel überraschen. Das ist ein Klassenunterschied. Aber ich denke nicht, dass die Jungs zu ehrfürchtig in die Spiele gehen werden.

Und die Weißrussen darf man nicht unterschätzen. Das ist eine eingespielte Mannschaft, da spielt der Großteil der Nationalspieler bei Minsk in der KHL. Wichtig ist, dass die Mannschaft ihr Spiel durchzieht.

Turnierfavoriten sind für mich ganz klar Kanada und Russland. Die beiden haben die letzten drei WM-Endspiele bestritten und das spiegelt auch die aktuelle Leistungsstärke wider. Die Kanadier haben mit den Russen noch eine Rechnung offen. Die Niederlage im WM-Finale im eigenen Land haben sie noch nicht verdaut.

Jetzt wünsche ich uns ein hervorragendes Turnier. Die Voraussetzungen sind gegeben, weil diesmal wirklich die Besten der Besten dabei sind.

Viel Spaß,

Euer

Erich Goldmann

Erich Goldmann, 33, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele.

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