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Marcel Goc (r.) schoss in 317 NHL-Spielen 30 Tore © getty

Das DEB-Team ist gegen Schweden krasser Außenseiter. Marcel Goc spricht bei Sport1.de über seine Ziele für das Turnier.

München/Vancouver - Sven Felski hatte in Vancouver schon eine Begegnung mit dem Superstar schlechthin.

"Ich habe schon Sidney Crosby gesehen, aber er hat mich nicht erkannt", flachste der Stürmer der Berliner Eisbären.

Dem 35-Jährigen mit all seiner Abgeklärtheit fehlt der Respekt vor den großen Namen.

Vor dem Turnierstart in der Nacht zum Donnerstag gegen Olympiasieger Schweden (ab 1.30 Uhr LIVE) ist die entscheidende Frage, ob das für die ganze Mannschaft gilt.170201(DIASHOW: Der Kader für Olympia)

15 Neulinge gegen 19 NHL-Profis

15 Olympia-Neulinge befinden sich in Uwe Krupps DEB-Team. Und sie treffen gleich zu Beginn auf ein Team mit 19 NHL-Profis.

Allen voran die Sedin-Zwillinge Henrik und Daniel, die als Topstürmer der heimischen Canucks in Vancouver Publikumslieblinge sind.

"Die kochen auch nur mit Wasser", versucht Marcel Goc - einer der sieben NHL-Profis in der deutschen Mannschaft - seinen Teamkollegen klarzumachen.

Goc mit Rückenwind nach Vancouver

Der Center der Nashville Predators weiß nach bald fünf Spielzeiten in der NHL, wovon er spricht.

Der 26-Jährige kommt mit Rückenwind nach Vancouver. Sein Wechsel von den San Jose Sharks zu den Nashville Predators hat sich für ihn ausgezahlt.

Er spielt seine "bislang beste Saison", wie Krupp lobt, hat mit 21 Scorer-Punkten schon frühzeitig fast seinen Bestwert aus dem Jahr 2006 (22) erreicht.

"Etwas Besonderes"

Doch bei aller Erfahrung in der größten Liga der Welt. Die Olympia-Teilnahme ist für ihn noch einmal eine spezielle Erfahrung, wie er gegenüber Sport1.de erklärt.

Die Spiele seien einfach "etwas Besonderes" und "eine tolle Erfahrung".

Auch wenn es nach Turin schon sein Zweites Olympia-Turnier ist, freut er sich immer noch am meisten darüber, "dabei zu sein".

Viel Aufhebens macht Goc nicht um sich. Er wolle schlicht, "dass ich persönlich gut spiele, Erfolg mit der Mannschaft habe und einfach die ganze Atmosphäre in Vancouver genießen".

Eine Verletzung als Geheimsache

Was den Genuss trüben könnte, ist eine Verletzung, die Goc zuletzt behindert hat.

Die Blessur steht im Rang einer Geheimsache, sein Klub spricht stets nur von einer "Oberkörper-Verletzung".

Auch Goc selbst hüllt sich zum Thema in Schweigen, "über die Verletzung kann ich nicht so viel sagen".

Sie hat ihn allerdings nicht daran gehindert, am vergangenen Wochenende für Nashville aufzulaufen - und zwei Assists zum 4:3-Sieg bei Crosbys Pittsburgh Penguins beizutragen.

"Einfach übermächtig"

Dass Goc in der Nacht zum Donnerstag ein ähnliches Erfolgserlebnis feiern kann, ist schwer vorstellbar.

"Wenn es normal läuft, hast du keine Chance, die Schweden sind einfach übermächtig", sagt Franz Reindl, Sportdirektor des DEB.

Niemand erwartet gegen die Sedins, Nicklas Lidström, Daniel Alfredsson, Peter Forsberg, Henrik Zetterberg und Co. etwas anderes als eine Niederlage.

Fast immer chancenlos

Schon als die NHL-Profis nicht bei Olympia waren, hatte die DEB-Auswahl gegen die Tre Kronor meist keine Chance.

Nur 1984 in Sarajevo und 1956 in Cortina gab es jeweils ein 1:1, ansonsten zehn meist deutliche Niederlagen.

Die Überlegenheit der Schweden dürfte auch diesmal ähnlich groß sein wie 2002 in Salt Lake City, als sie die Deutschen mit 7:1 vom Eis fegten.

Neben Seidenberg waren damals auch schon Marco Sturm, Jochen Hecht und Christian Ehrhoff dabei.

"Nur dabei zu sein, reicht nicht"

Auch gegen Finnland am Freitag ist die DEB-Auswahl krasser Außenseiter. Die wohl entscheidenden Spiele kommen erst danach: am Samstag gegen Weißrussland und am Dienstag im Playoff um die Viertelfinal-Teilnahme (DATENCENTER: Der Spielplan von Vancouver).

Eine Zielsetzung, die sich konkret an einer Platzierung orientiert, gibt es für den Weltranglisten-13. nicht.

Doch Reindl macht klar: "Nur dabei zu sein, reicht nicht. Diese Plattform müssen wir nutzen und uns wirklich gut präsentieren."

Schließlich gilt es, vor der Heim-WM im Mai Werbung in eigener Sache zu machen.

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