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Der Anfang vom Ende: Senators-Stürmer Jarkko Ruutu trifft per Abstauber © getty

Den Deutschen gelingt wieder kein Tor, Finnland schlägt allein im Powerplay viermal zu. Teemu Selänne stellt einen Rekord auf.

Vancouver - Mit gnadenloser Effektivität hat Ex-Weltmeister Finnland der deutschen Nationalmannschaft beim Olympia-Turnier der Superlative deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp verlor nach vier Überzahltoren 0:5 (0:1, 0:2, 0:2) gegen den Silbermedaillengewinner von Turin und ist als einzige Mannschaft in Vancouver noch ohne Treffer.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes konnte vor 16.500 Zuschauern im Canada Hockey Place nicht an die starke Leistung beim 0:2 zum Auftakt gegen Olympiasieger Schweden anknüpfen und war gegen den Weltmeister von 1995 chancenlos.

Olympiarekord von Selänne

"Finnland war heute zu stark für uns", stellte Krupp fest, "das Powerplay war sehr effektiv, sie haben ein exzellentes Spiel gemacht."

Im letzten Vorrundenspiel (So., 6 Uhr LIVE) gegen Weißrussland geht es um Platz drei in der Gruppe C und eine gute Ausgangsposition für das Playoff-Spiel um den Viertelfinaleinzug am kommenden Dienstag.

"Ich denke, wir sind auch da Außenseiter", sagte Krupp: "Die Weißrussen haben sich direkt für Olympia qualifiziert und stehen in der Weltrangliste konstant vor uns."

Tuomo Ruutu (5.) und Kimmo Timonen (25. und 37.) nutzten die ersten drei Überzahlspiele der Finnen zu Toren. Jarkko Ruutu traf bei fünf gegen fünf (48.), Joni Pitkänen wieder im Powerplay (50.). (Die Kader der Olympia-Teilnehmer)

Beim dritten Treffer steuerte Oldie Teemu Selänne einen Assist bei und stellte mit seinem 37. Scorerpunkt einen neuen olympischen Rekord auf.

Pätzold kalt erwischt

Anders als gegen Schweden wurde die deutsche Mannschaft diesmal kalt erwischt. (DATENCENTER: Der Spielplan von Vancouver)

Torhüter Dimitri Pätzold patzte und ließ einen Schuss von Janne Niskala passieren, die Scheibe prallte gegen den Pfosten, Ruutu drückte sie über die Linie. Der Iserlohner Michael Wolf saß auf der Strafbank.

Wenig später hätte der sichtlich nervöse Pätzold beinahe das 0:2 verschuldet. Einen Befreiungsschlag von Sami Salo aus dem eigenen Drittel wehrte er nach vorne ab, stürmte aus dem Tor und kam zu spät: Doch nach Niko Kapanens Schlenzer rettete Verteidiger Jakub Ficenec vor der Linie (10.).

Müller scheitert nach Solo

In der Anfangsphase war nicht nur Pätzold von der Rolle. Auch seine Vorderleute wirkten unkonzentriert und brachten kaum Entlastungsangriffe zustande.

Erst zum Ende des ersten Drittels fand die DEB-Auswahl zu ihrem Spiel. Zwangsläufig ergaben sich auch die ersten Torchancen, die zunächst nicht die Paradereihe mit den NHL-Profis Marco Sturm, Marcel Goc und Jochen Hecht kreierte.

Der Kölner Marcel Müller beschaffte Finnlands Goalie Niklas Bäckström erstmals Arbeit, als er nach schönem Solo scheiterte (19.).

Timonen nutzt Powerplays

Nur wenige Sekunden später musste der Torhüter der Minnesota Wild sein ganzes Können aufbieten, als er mit der Fanghand einen Schuss des Kasselers Manuel Klinge nach Doppelpass mit Kai Hospelt parierte (19.).

Beim 0:2 saß Thomas Greilinger auf der Strafbank. Timonen hatte nach einem Querpass von Olli Jokinen keine Mühe, Pätzold zu überwinden.

Das zweite Tor des Verteidigers der Philadelphia Flyers fiel ebenfalls, als die DEB-Auswahl in Unterzahl spielte, Hecht saß eine Strafzeit ab.

Goc fälscht gefährlich ab

Bei fünf gegen fünf konnte die deutsche Mannschaft durchaus mithalten. Allerdings fehlte vor dem Tor die Cleverness:

So scheiterte zunächst Sven Felski allein vor Bäckström (25.), dann fälschte Goc einen Schuss von Korbinian Holzer ab, doch der finnische Goalie kratzte den Puck mit der Kelle von der Linie (31.).

Die beste Chance hatte Sturm, der bei einem Alleingang Bäckström nicht überwinden konnte (35.).

Im Schlussdrittel hatte das DEB-Team nur noch wenig entgegenzusetzen. Das vierte finnische Powerplay-Tor fiel nur neun Sekunden, nachdem John Tripp auf der Strafbank Platz genommen hatte.

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