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Vor dem 0:1 durch Ruutu (l.) ließ Goalie Dimitri Pätzold einen Schlagschuss durch © getty

Nach der zweiten deutschen Pleite ist das Turnier für den Goalie wohl gelaufen. Auch seine Vorderleute tragen zur Klatsche bei.

Vancouver - Sein Olympia-Debüt hatte sich Dimitri Pätzold anders vorgestellt.

Gnadenlos effektiv hatten die Finnen um Olympia-Rekordscorer Teemu Selänne der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft die Grenzen aufgezeigt - und auch ihrem Torwart. 170201(DIASHOW: Der deutsche Kader)

"Natürlich bin ich sauer", sagte der 27-Jährige nach dem 0:5 im zweiten Vorrundenspiel gegen den Silbermedaillengewinner von Turin.

Der Goalie des ERC Ingolstadt hatte bei zwei Gegentoren nicht gut ausgesehen und insgesamt sehr unsicher gewirkt.

Pätzold vor dem Aus

Das Turnier der Superlative in Vancouver dürfte damit für den ehemaligen NHL-Profi der San Jose Sharks bereits beendet sein.

Im letzten Vorrundenspiel gegen Weißrussland (So., 6 Uhr LIVE) will Bundestrainer Uwe Krupp wieder Thomas Greiss, der beim 0:2 zum Auftakt gegen Olympiasieger Schweden glänzend gehalten hatte, zwischen die Pfosten stellen. (DATENCENTER: Der Spielplan von Vancouver)

Und auch im Alles-oder-nichts-Spiel am kommenden Dienstag um den Einzug ins Viertelfinale dürfte Pätzold nach seiner Leistung gegen Finnland nur zweite Wahl sein.

Finnland nutzt vier von sechs Powerplays

Dabei ließ sich die Niederlage nicht an ihm allein festmachen. Beim frühen 0:1 patzte der Ingolstädter zwar, als er nach einem Schuss von Janne Niskala die Scheibe durchrutschen ließ und Tuomo Ruutu sie völlig unbedrängt über die Linie drücken konnte (5.).

Und auch beim vierten Gegentreffer durch Jarkko Ruutu (48.), als er freie Sicht hatte, machte er keine gute Figur.

Doch mindestens ebenso entscheidend waren die Fehler seiner Vorderleute. Sechs Strafzeiten kassierten sie, vier davon nutzen die Finnen eiskalt zu Toren.

Selänne schraubt Olympiarekord hoch

"Wir waren die meiste Zeit mit Penalty-Killing beschäftigt", sagte Pätzold, "da verliert man unglaublich viel Energie."

Gleich die ersten drei Überzahlsituationen münzten Selänne und Co. in drei Tore um.

Tuomo Ruutu und Verteidiger Kimmo Timonen (25. und 37.) entschieden mit ihren Powerplay-Treffern das Spiel, Selänne verbuchte mit seinem Assist zum 3:0 seinen 37. Scorerpunkt bei Olympia und ist damit alleiniger Rekordhalter.

NHL-Profis ohne Durchschlagskraft

Auch beim fünften Tor durch Joni Pitkänen (50.) hatte der Weltmeister von 1995 einen Spieler mehr auf dem Eis. (Die Kader der Olympia-Teilnehmer)

Pätzold nahm seine Vorderleute trotz der spielentscheidenden Strafzeiten in Schutz. "Die Finnen haben Weltklasseleute, sie sind unglaublich stark am Puck und nur sehr schwer zu stoppen", sagte der Torhüter: "Das sind die meisten aus der DEL gar nicht gewohnt."

Allerdings konnten diesmal auch die NHL-Profis den 15 Olympia-Neulingen nicht entscheidend helfen.

Klinge hat die beste Chance

Anders als gegen Schweden gelang dem Block mit den Angreifern Marco Sturm, Jochen Hecht und Marcel Goc sowie den Verteidigern Dennis Seidenberg und Christian Ehrhoff in der Offensive wenig.

"Wir hatten vielleicht zwei Torchancen, das reicht nicht", sagte Ehrhoff, "wir waren viel zu lange bei uns im Drittel. Wir müssen versuchen, mit mehr Selbstbewusstsein nach vorne zu spielen."

Bezeichnenderweise zeichnete für den gelungensten Angriff die vierte Sturmreihe verantwortlich: Manuel Klinge scheiterte nach schönem Doppelpass mit Kai Hospelt am starken finnischen Goalie Niklas Bäckström (19.).

Auch Sturm scheitert

Die zweite hochkarätige Torchance hatte Kapitän Sturm, der einen Alleingang nicht erfolgreich abschließen konnte (35.).

Im Schlussdrittel gönnte Krupp den NHL-Spielern die eine oder andere Auszeit, um sie für die aussichtsreicheren Partien ein wenig zu schonen.

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