Erich Goldmann beurteilt in seiner Sport1.de-Kolumne die Vorrunde des DEB-Teams. Für das Spiel gegen Kanada sieht er kaum Chancen.

Hallo Eishockey-Freunde,

die Leistungen der deutschen Mannschaft waren in der Vorrunde nicht so schlecht, wie die Punkteausbeute das aussagt.

Gegen Schweden war es eine starke Leistung, doch wir wurden leider nicht mit einem Punkt belohnt. Die Finnen waren an dem Tag einfach sowas von übermächtig, da war nichts zu holen.

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Gegen Weißrussland war es eine kämpferisch gute Leistung, nur fiel hier wieder eine alte Schwäche von der letzten WM auf: unsere Schusseffizienz. Wir sind mit 3,5 Prozent erneut Schlusslicht. Damit kannst du im internationalen Eishockey nichts gewinnen.

Das Weißrussland-Spiel ist das beste Beispiel: Wir schießen 40 Mal auf den gegnerischen Kasten, die Weißrussen nur 17 Mal. Das sind 23 Schüsse weniger, aber die Weißrussen gewinnen 5:3. Daran sieht man aber, dass wir das Spiel in der Hand hatten.

Bitter ist, dass uns diese schwache Schusseffizienz seit mehreren Jahren nun verfolgt. Da ist sicherlich auch Pech dabei. Uns fehlt einfach mal so ein glückliches Tor.

Nehmen wir das Schweden-Spiel. Wir treffen beim Stand von 0:0 Pfosten und Latte. Jetzt kann man sicherlich mit "Was wäre wenn" kommen, aber ich denke das Spiel hätte einen komplett anderen Verlauf genommen, wären wir in Führung gegangen.

Unsere Aussichten auf das Viertelfinale sind so gut wie nicht vorhanden. Die Kanadier haben gegen die Schweiz bereits gewackelt und nun gegen die Amerikaner verloren. Die wissen jetzt, was auf dem Spiel steht, und dieses zusätzliche K.o.-Spiel macht sie nur noch gefährlicher.

Meiner Meinung nach haben die Kanadier es zu locker angehen lassen. Soweit ich das mitbekommen habe, waren sie nur ein Tag vor den Spielen im olympischen Dorf. Ansonsten haben sie in Hotels mit ihren Familien gewohnt und waren als Olympia-Touristen unterwegs.

Das dürfte nun definitiv vorbei sein. Zumal der Sieger dieser Begegnung auf Russland trifft.

Ein Blick auf die weiteren Spiele: Norwegen und Slowakei spielen den Gegner von Schweden aus. Hier müssten die Slowaken sich klar durchsetzen.

Kurios ist es mit Tschechien gegen Lettland - die haben schließlich schon in der Vorrunde gegeneinander gespielt. Aber dieser Modus bedeutet nun mal, dass beide erneut aufeinandertreffen.

Die Letten sollten für die Tschechen keine Hürde sein, allerdings haben die Letten es den Tschechen in der Vorrunde bereits schwer gemacht. Nach einer 3:0-Führung aus den ersten fünf Minuten wurde es noch einmal eng und erst ein Treffer ins leere Tor machte den 5:2-Sieg der Tschechen perfekt. Das wird im Viertelfinale ein sehr interessantes Match gegen Finnland, wobei ich hierbei die Finnen favorisiere.

Das letzte Spiel noch: Weißrussland gegen die Schweiz. Die Schweizer haben zwar ein sehr gutes Spiel gegen die Kanadier abgeliefert, aber mein Gefühl sagt mir, dass sich die Weißrussen durchsetzen.

Dann dürfte für den Sieger - egal wer es ist - im Viertelfinale gegen die USA Schluss sein.

Euer Rick Goldmann

Erich Goldmann, 33, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele.

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