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Thomas Greiss, seit 2006 bei den Sharks unter Vertrag, parierte die ersten sieben Schüsse © getty

Deutschland kassiert gegen Kanada die höchste Olympia-Schlappe seit 1998 und fliegen ohne Punkt heim. Greiss zeichnet sich aus.

Vancouver - Keine Chance gegen Sidney Crosby und Co.: Die deutsche Nationalmannschaft hat den Goldfavoriten Kanada nicht ernsthaft fordern können und sich mit ihrem schlechtesten Olympia-Ergebnis aus Vancouver verabschiedet.

Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp verlor im Playoff-Spiel um den Viertelfinaleinzug 2:8 (0:1, 1:3, 1:4) gegen die Gastgeber und belegte am Ende Platz elf.

Erstmals kehrt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ohne einen einzigen Punkt von Olympia zurück. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Goc und Klinge treffen

Gegen die Stars aus dem Eishockey-Mutterland durfte sich die deutsche Mannschaft, die zum ersten Mal bei einem Turnier mit sieben NHL-Profis antrat, bei Torhüter Thomas Greiss bedanken, dass die Pleite nicht noch höher ausfiel.

"Wir wussten, dass wir nur Außenseiter in diesem Turnier sind und wie stark die Gegner sind", sagte Krupp: "Deshalb sind die Ergebnisse nicht überraschend. Die Bilanz ist eigentlich so, wie man sie erwarten konnte."

DEB-Sportdirektor Franz Reindl bilanzierte nach vier Niederlagen in vier Spielen: "Wir sind genau da, wo wir in der Eishockey-Welt stehen. Die Realität ist sehr hart, aber sie ist so."

Marcel Goc (37.) und Manuel Klinge (59.) erzielten die beiden deutschen Treffer.

Sharks-Kollegen beschießen Greiss

Joe Thornton (11.), Shea Weber (23.), Jarome Iginla (24. und 29.), Superstar Crosby (42.), Mike Richards (47.), Scott Niedermayer (52.) und Rick Nash (57.). besiegelten die 14. Niederlage im 14. Olympia-Vergleich mit Kanada und die höchste seit 1998 (1:8).

Die Gastgeber, die am Sonntag mit 3:5 gegen die USA verloren hatten, treffen im Viertelfinale (Do., 1.30 Uhr LIVE) auf Weltmeister Russland. (Slowakei blamiert Owetschkins Starensemble)

Greiss musste vom ersten Bully an Schwerstarbeit verrichten. Die Kanadier schnürten die DEB-Auswahl fast pausenlos im eigenen Drittel ein, Entlastungsangriffe gelangen nur selten.

Besonders beschäftigten den deutschen Torhüter seine Klubkollegen von den San Jose Sharks. Als Chris Schmidt auf der Strafbank saß, hatten Dany Heatley und Patrick Marleau die Führung für die Gastgeber auf dem Schläger, doch Greiss parierte innerhalb weniger Sekunden zweimal glänzend (6.).

Langes Warten auf ersten DEB-Schuss

Machtlos war er gegen einen anderen Sharks-Stürmer. Thornton verwertete eine Vorlage von Heatley zum hochverdienten 1:0 für die drückend überlegenen Kanadier. (Die Kader der Olympia-Teilnehmer)

Es war bereits der achte Schuss auf Greiss' Kasten. Während die Ahornblätter selbst bei fünf gegen fünf ein regelrechtes Powerplay aufzogen, kam das deutsche Team nur selten ins Angriffsdrittel.

Erst nach 11:45 Minuten gab Verteidiger Jakub Ficenec den ersten Schuss auf Goalie Roberto Luongo ab.

Durch das Tornetz

Kurios war das 0:2: Nach dem Gewaltschuss von Weber lief das Spiel zunächst 38 Sekunden weiter, ehe die Schiedsrichter bei der nächsten Unterbrechung den Videobeweis bemühten.

Die Fernsehbilder zeigten eindeutig, dass der Verteidiger der Nashville Predators den Puck durch das Tornetz geschossen hatte. Danach brach der Widerstand des Außenseiters.

Greiss hielt, was zu halten war, doch bei den beiden Toren von Iginla war er machtlos. Der Torjäger der Calgary Flames traf zunächst im Powerplay, als Dennis Seidenberg eine Strafzeit absaß. Es war bereits der siebte Gegentreffer für die DEB-Auswahl in Unterzahl.

Bauerntrick von Goc

Dann erzielte Iginla mit einem Handgelenkschuss in den Winkel sein fünftes Turniertor - mit seinem zehnten Schuss. Greiss parierte anschließend sogar einen Penalty von Crosby, den Alexander Sulzer an Rick Nash verursacht hatte (32.).

Als das Spiel entschieden war, wurde das Krupp-Team in der Offensive mutiger. Zunächst verfehlte noch John Tripp knapp das Tor (34.), dann verkürzte Goc mit einem Bauerntrick. Der Mittelstürmer der Nashville Predators unterstrich mit seinem zweiten Turniertreffer seine starke Leistung als bester deutscher Feldspieler in Vancouver.

Im Schlussdrittel trug sich auch Crosby in die Torschützenliste ein.

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