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Aljona Savchenko und Robin Szolkowy wurden im Januar Vize-Europameister © imago

Das Chemnitzer-Duo ignoriert eine IOC-Regel und mogelt sich nach dem ersten Training in Vancouver an den Journalisten vorbei.

Vancouver - Sagen wollten sie nichts. Wortlos durch die Hintertür verließen die Eiskunstlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy nach ihrem ersten Training das Pacific Coliseum in Vancouver.

Dabei ignorierten sie die IOC-Regel, dass jeder Athlet nach Training oder Wettkampf durch die so genannte Mixed-Zone gehen muss.

Reden muss mit den dort wartenden Journalisten freilich keiner - aber wenigstens vorbeigehen.

Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union, eilte dem Paarlauf-Duo und seinem Trainer Ingo Steuer hinterher. Vergeblich.

"Sie wollen unbedingt die Medaille und sich in Ruhe vorbereiten", sagte sie und versuchte, das unübliche Verhalten zu rechtfertigen.

Kür mit geändertem Programm

Stunden nach dem Training gab es über den Info-Service der Olympischen Spiele immerhin ein schriftliches Statement des Coachs und damit eher nebenbei die einzige Neuigkeit des Tages: "Nach den Europameisterschaften haben wir den dreifachen Salchow durch den doppelten Axel ersetzt."

Große Auswirkungen auf die technische Bewertung der Kür hat diese Änderung aber nicht, da beide Sprünge nahezu gleich klassifiziert sind.

"Das Eis ist gut"

Zuvor hatten sich die dreimaligen Europameister bei einer lockeren Trainingseinheit 40 Minuten lang an das olympische Eis herangetastet.

"Applause", leuchtete testweise auf den Anzeigetafeln, während das Duo aus Chemnitz zur Filmmusik "Jenseits von Afrika" Teile seiner Kür probte.

Rund zwei Dutzend noch beschäftigungslose Olympia-Helfer guckten eher gelangweilt zu, klatschten aber wenigstens artig.

Die gebürtige Ukrainerin Savchenko ließ durch den Info-Service ausrichten: "Wir haben uns sehr wohl gefühlt auf dem olympischen Eis und sind zufrieden mit der ersten Trainingseinheit. Das Eis ist gut."

Chinesen in der Favoritenrolle

Knapp eine Woche bleibt dem Eiskunstlauf-Paar noch bis zum Kurzprogramm am Sonntag und der Kür am Montag.

Der Druck ist groß, die Ungewissheit auch. Schließlich haben die Weltmeister im November erst ihre Kür komplett umgekrempelt, dann zwang ein Infekt die blonde 26-Jährige zu einer Trainingspause, und bei den Europameisterschaften in Tallinn im Januar reichte es nur zu Platz zwei.

Das Fachmagazin "Sports Illustrated" sieht in seiner traditionellen Medaillen-Prognose die Weltmeister nur auf dem Bronze-Rang hinter den chinesischen Rückkehrern Shen Xue und Zhao Hongbo sowie deren Landsleuten Pang Qing und Tong Jian.

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