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Jewgeni Pluschenko gewann seit 2000 sechsmal EM- und dreimal WM-Gold © getty

Tango-Russe Pluschenko büßt in der Kür seinen Vorsprung ein, Evan Lysacek triumphiert. Lindemann fällt unter Schmerzen zurück.

Vancouver - Die Kunst besiegt den Sport: Jewgeni Pluschenko hat seinen Gold-Triumph von Turin 2006 bei den Spielen von Vancouver nicht wiederholen können.

Der dreimalige Eiskunstlauf-Weltmeister konnte seinen knappen Vorsprung aus dem Kurzprogramm nicht verteidigen und landete mit 256,36 Punkten hinter dem neuen Olympiasieger Evan Lysacek aus den USA nur auf dem zweiten Platz. (DATENCENTER: Ergebnisse des Eiskunstlaufs)

Der Weltmeister sammelte 257,67 Zähler, Bronze holte sich der Japaner Daisuke Takahashi (247,23).

Juroren nicht überzeugt

Als erster Läufer der letzten Startgruppe hatte Lysacek eine nahezu fehlerfreie Kür vorgelegt. Der 25-Jährige hatte zwar keinen vierfachen Sprung im Programm, punktete aber mit guter Fußarbeit und starker Ausdruckskraft. Phasenweise fehlte es dem Kalifonier aber an Tempo, dennoch entschieden sich die Preisrichter knapp für ihn.

Pluschenko, der nach seinem Triumph von Turin mehr als dreieinhalb Jahre pausiert hatte, zeigte zwar die höheren Schwierigkeiten, konnte die Juroren aber mit seiner Tango-Choreographie nicht vollständig überzeugen.

Angeschlagener Lindemann fällt zurück

Großes Pech hatte der Japaner Nobunari Oda. Nach 3:36 Minuten ging dem 22-Jährigen der Schnürsenkel des rechten Schlittschuhs auf.

Oda gelang es allerdings, binnen der im Reglement vorgesehenen Frist von drei Minuten das Problem zu lösen, danach setzte er seine Kür fort.

Nicht glücklich sein konnte mit der letzten Kür seiner Karriere der deutsche Meister Stefan Lindemann. (Sündenbock Szolkowy wird zur Spielfigur)

Geplagt von Rückenbeschwerden und Schmerzen in der Achillessehne konnte der 29-Jährige seinen 17. Platz aus dem Kurzprogramm nicht halten und fiel auf Rang 22 zurück. Vor vier Jahren in Turin hatte der Berliner Platz 21 belegt.

Schmerztabletten und Spritze

"Ich hatte mir meinen Abschluss schon anders vorgestellt", sagte der sechsmalige nationale Titelträger, der mehrere Höchstschwierigkeiten seines Programms zur Filmmusik "Hancock" auslassen musste, darunter auch der vierfache Toe-Loop.

Eine Wirbelblockade am Morgen vor dem Wettkampf hatte sogar den Start infrage gestellt, doch mit Schmerzmitteln, einer Spritze und physiotherapeutischer Betreuung konnte Lindemann letztlich doch antreten.

Trainerin Viola Striegler erwartete daher von ihrem Schützling keine Wunderdinge mehr: "Stefan hat alles gegeben, das rechne ich ihm ganz hoch an."

Nach mehr als zehnjähriger Wettkampfkarriere wechselt Lindemann nun die Fronten und wird als Trainer dem Eiskunstlauf verbunden bleiben.

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