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Anni Friesinger holte 2002 Gold über 1500 m in Salt Lake City © getty

Das Knie von Eisschnellläuferin Anni Friesinger ist weiterhin nicht beschwerdefrei. Sie gibt ihr Bestes, die Sorgen wegzulächeln.

Richmond - Wenn Anni Friesinger-Postma morgens im Olympischen Dorf aufwacht, kann sie gleich weiterträumen.

Sie braucht nur aus dem Fenster zu schauen, und schon sieht sie den BC Place, wo die Medaillengewinner von Vancouver gekürt werden.

"Da will ich hin, das ist mein Traum", sagt Friesinger-Postma. Doch der Weg ist weit. Die Knieprobleme, die sie noch immer behindern, versucht sie nicht nur mit Dauerbehandlung, sondern auch mit guter Laune und Freude am Olympia-Feeling zu bekämpfen.

"Ich entdecke immer mehr Ecken im Olympischen Dorf. Jetzt sind auch noch die Eishockey-Jungs da, der Foodcourt ist immer voll, da quatsche ich mich gerne fest", berichtet die 33-Jährige locker und entspannt nach einer Trainingseinheit im Richmond Oval.

"Nicht optimal, aber gut"

Etwas knapper werden die Statements, wenn sie über die dunkle Wolke spricht, die über ihrem Traum schwebt: "Nicht optimal, aber gut" fühle sich ihr Knie an.

Großen Anteil daran, dass Friesinger-Postma trotz einer völlig verkorksten Saison mit Knieschmerzen, Knöchelproblemen und Schweinegrippe in Vancouver weiter vom Happy End träumen darf, hat ihr medizinischer Betreuer Dr. Mario Bottesi.

"Ich komme sehr gut mit ihm aus. Er schaut jeden Tag drauf", sagt Friesinger-Postma und erklärt auch, warum dies notwendig ist.

Das Gelenk reagiert weiter

Nach dem Testrennen über 1000 m am Mittwoch, das sie in zufriedenstellenden 1:16,86 Minuten absolvierte, habe das Gelenk wieder reagiert, "aber in erträglichem Maße".

Die Flüssigkeit, die nach Belastungen das Knie anschwellen lässt, behindert sie in ihrer Beweglichkeit.

Zudem verursacht das Problem auch eine leichte Blockade im Kopf, die sich beim Blick auf die mäßige Zeit für die ersten 200 Meter (18,43 Sekunden) offenbart.

Beim Start, wenn Explosivität gefragt ist, läuft die Angst ein bisschen mit. "Lass uns nicht darüber sprechen", sagt sie, "dadurch wirds bestimmt nicht besser".

Fokus auf 1500-m-Distanz

Da sie aber das Problem erkannt hat, änderte sie auch ihre Zielsetzung ab.

Eigentlich wollte sie am 18. Februar Gold über 1000 m gewinnen, weil diese Medaille der zweimaligen Olympiasiegerin noch in der Sammlung fehlt (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen).

Nun hofft sie aber mehr auf die 1500 m drei Tage später, weil auf dieser Distanz die ersten Meter nicht so entscheidend sind. Schonen will sie sich deshalb im ersten Rennen nicht: "Natürlich gebe ich da 100 Prozent. Sonst würde ich gar nicht erst antreten."

Unerschütterlicher Optimismus

Bis dahin will sie ihre vierten Spiele "einfach nur genießen".

Am Freitag konnte sie erstmals eine Eröffnungsfeier besuchen, weil im Gegensatz zu ihren übrigen Olympia-Einsätzen bis zum ersten Rennen genügend Zeit bleibt 202747(DIASHOW: Die Eröffnungsfeier).

Die will sie möglichst gesund überstehen, ihr unerschütterlicher Optimismus hilft ihr dabei: "Die Tendenz ist ganz klar steigend - mit kleine Wellen drin."

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