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Stephanie Beckert (r.) feierte seit ihrem Debüt 2006 bislang zwei Weltcupsiege © getty

Stephanie Beckert soll die verheerende Bilanz aufbessern. Ohne Gold reiste ein deutsches Eisschnelllauf-Team nur 1976 ab.

Richmond - Ausgerechnet auf Olympia-Debütantin Stephanie Beckert liegt die schwere Last: Die 21-Jährige soll die niederschmetternde Bilanz noch erträglich gestalten.

Nur 1976 in Innsbruck holte ein deutsches Eisschnelllauf-Team bei Winterspielen bislang keine Goldmedaille. 206441(DIASHOW: Der elfte Tag)

Im 5000-m-Rennen trägt Beckert am Mittwoch (ab 22 Uhr LIVE) die größten und fast schon letzten Hoffnungen.

Beckert, die mit Silber über 3000 m die Erwartungen schon mehr als erfüllt hat, lässt sich aber nicht unter Druck setzen.

Beckert will genießen

"Ich bin total happy mit meiner Medaille, die kann mir keiner mehr nehmen", sagte sie und rückte keinen Zentimeter von ihren ursprünglichen Zielsetzungen ab: "Ich will die 5000 m genießen und werde dann sehen, was dabei herauskommt." (DATENCENTER: Das 1500-m-Rennen)

Tatsächlich ist die zurückhaltende Erfurterin nach Weltrekordlerin Martina Sablikova erste Anwärterin auf Gold, allerdings dominiert die Tschechin das längste Frauenrennen seit Jahren.

Favoritin Sablikova unschlagbar?

Während Beckerts Teamkollegin Daniela Anschütz-Thoms die 3000-m-Olympiasiegerin auf fünf Kilometern sogar für unschlagbar hält, sieht Bundestrainer Markus Eicher dies völlig anders:

"Sablikova ist natürlich die Favoritin, aber sie ist selbstverständlich schlagbar. Und Steffi ist wohl die, der das noch am ehesten gelingen könnte."

Die spindeldürre Sablikova hat zuletzt am 22. November 2008 in Moskau ein 5000-m-Rennen verloren - gegen Claudia Pechstein.

Auch Anschütz-Thoms Medaillenanwärterin

Eicher klammert auch Anschütz-Thoms, die Bronze über 3000 m nur um drei Hundertstel verfehlt hatte, ausdrücklich nicht aus seiner Prognose aus: "Ich hoffe und glaube, dass auch sie um die Medaillen mitläuft."

Für die 35 Jahre alte Team-Olympiasiegerin Anschütz-Thoms eröffnet sich am Mittwoch die letzte Chance auf eine Einzelmedaille bei Winterspielen.

"Martina Sablikova ist nicht zu schlagen, aber auch Stephanie Beckert ist stark. Um Platz drei streiten sich drei, vier Damen, darunter auch ich. Mal sehen, wie viele Körner noch da sind", sagte sie.

Katrin Mattscherodt komplettiert über den "langen Kanten" das deutsche Trio, das auch im Teamrennen erste Wahl sein soll.

Teamrennen ohne Friesinger?

Eicher hatte nach dem 1500-m-Wettkampf überraschend angekündigt, möglicherweise auf die zweimalige Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma in den Mannschaftsrennen zu verzichten.

Nach den 5000 Meter werde ich eine Entscheidung treffen", sagte Eicher. (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

Kein Trainer-Vorwurf

Die schwache Bilanz - nur die Silbermedaillen von Beckert und Sprinterin Jenny Wolf stehen bislang zu Buche - bereitet dem Bundestrainer derweil wenig Kopfzerbrechen.

"Wir haben alles versucht. Jenny hatte über 500 m Pech, Anni machten Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. Zudem muss man sehen, dass die Konkurrenz in den letzten Jahren immer größer geworden ist", sagte Eicher: "Wir können uns keinen Vorwurf machen."

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