vergrößernverkleinern
Pechstein, Friesinger und Anschütz-Thoms auf ihrem Weg zu Gold in Turin © getty

Das Hin und Her um die Besetzung fürs Teamrennen ist nicht neu. In den letzten Jahren sorgten die Damen immer wieder für Streit

Richmond - 2004 tauchte er erstmals im Weltcup auf, 2006 bei den Olympischen Spielen - der Team-Wettbewerb im Eisschnelllauf hat eine kurze, aber bewegte Geschichte.

Vor allem das deutsche Frauen-Team um Anni Friesinger-Postma, Claudia Pechstein und Co. feierte große Triumphe, lieferte aber auch immer wieder jede Menge Skandal-Stoff.

Vor dem Team-Wettbewerb am Freitag (22.20 LIVE) gibt Sport1.de einen Überblick über die wichtigsten Rennen:

14. November 2004: Claudia Pechstein, Anni Friesinger und Sabine Völker bilden das Trio im ersten wichtigen Teamrennen der Eisschnelllauf-Geschichte beim Weltcup in Hamar - und patzen: Platz fünf.

5. März 2005: Friesinger, Daniela Anschütz und Sabine Völker gewinnen in Inzell den ersten Team-WM-Titel. Cheftrainer Helmut Kraus hat nach monatelangen Streitereien mit Pechstein die Berlinerin aus dem Team verbannt.

13. November 2005: In der neuen Saison darf Pechstein ins Team zurück. Gemeinsam mit Anschütz und Friesinger läuft sie in 2:56,54 Minuten Weltrekord - er wird erst am 6. Dezember 2009 vom Team Kanada gebrochen.

11. Dezember 2005: Friesinger gewinnt beim Weltcup in Turin nach den Rennen über 1000, 1500 und 3000 m auch im Team gemeinsam mit Völker und Anschütz-Thoms. Vier Siege innerhalb eines Weltcup hat es bei den Allroundern zuvor noch nie gegeben. Friesinger tritt als Topfavoritin auf allen Strecken bei Olympia in Turin an. 206885(DIASHOW: Der zwölfte Tag)

15. Februar 2006: Im Platzierungsrennen zum Auftakt des olympischen Wettkampfes zockt Bundestrainer Markus Eicher und schont gegen Kanada Friesinger und Pechstein. Sabine Völker, Daniela Anschütz und Lucille Opitz erreichen nur die fünftbeste Zeit. Gegner im Viertelfinale sind deshalb die starken Niederländerinnen. Doch die Rechnung geht auf. Friesinger, Pechstein und Anschütz-Thoms bezwingen die Niederlande souverän.

16. Februar 2006: Friesinger, Pechstein und Anschütz-Thoms schlagen im Halbfinale Russland souverän. Zwei Stunden später werden sie zu Golden Girls. 1,66 Sekunden liegt das Trio im Finale vor Kanada. Nie kommen sich die Erzrivalinnen Friesinger und Pechstein näher als bei diesem Triumph.

Doch für Friesinger währt die Freude nur kurz: Sie verpasst die angestrebten Olympiasiege über 1000 und 1500 m und macht dafür die Belastungen in den Teamrennen verantwortlich. Es bleibt die einzige Goldmedaille der deutschen Eisschnelllauf-Mannschaft in Turin.

19. November 2006: Im ersten Teamrennen nach dem Turin-Triumph belegen Pechstein, Anschütz-Thoms und Opitz beim Weltcup in Berlin nur den dritten Platz. Friesinger hat ihren Start aus Verärgerung über die Strukturreform im Verband abgesagt und mit einer Boykott-Androhung für den Rest der Saison für Aufsehen gesorgt. (DATENCENTER: Eisschnelllauf)

11. März 2007: Der Streit zieht sich bis zum Saisonhöhepunkt hin. Friesinger nimmt bei der WM in Salt Lake City nicht am Teamrennen teil, obwohl der Verband massiv Druck ausgeübt hat. Pechstein, Anschütz-Thoms und Lucille Opitz holen nur Bronze. (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

18. November 2007: Friesinger hat in der neuen Saison wieder Lust aufs Team. Das Gold-Trio von Turin, das erstmals seit dem Triumph wieder zusammen auf dem Eis steht, verpasst in Calgary den eigenen Weltrekord nur knapp. .

7. März 2008: Bei der WM in Nagano muss das Team wieder ohne Friesinger auskommen, die Angst vor Überlastung hat. Anschütz-Thoms, Pechstein und Opitz bleibt nur Bronze.

15. März 2009: Bei der nächsten WM auf der Olympiabahn in Richmond ist Pechstein nicht mehr dabei. Die Dopingermittlungen gegen die Berlinerin laufen auf Hochtouren, ohne dass es die Öffentlichkeit weiß. Neben Friesinger und Anschütz-Thoms läuft Angermüller - und erlebt ein Debakel. Wegen der völlig indisponierten Berlinerin, die von Friesinger mehrfach angeschoben werden muss, reicht es am Ende nur zu Platz fünf.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel