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Evi Sachenbacher-Stehle erreichte in ihrer Karriere bisher zwei Weltcup-Siege © imago

Beim Langlauf-Auftakt schafft es keine der deutschen Damen unter die Top 10. Sachenbacher-Stehle läuft als Beste auf Rang zwölf

Whistler - Evi Sachenbacher-Stehle Zwölfte, Claudia Nystad auf Rang 16 und Miriam Gössner in Tränen aufgelöst:

Die deutschen Langläuferinnen haben in Whistler die von Bundestrainer Jochen Behle vorgegebene einstellige Platzierung über 10 km Freistil verfehlt, durften sich aber immerhin über den besten deutschen Olympiaauftakt seit Calgary 1988 freuen.

"Wir müssen realistisch sein, in diesem Rennen ging es für uns nicht um die Medaillen. So gesehen dürfen wir nicht unzufrieden sein, obwohl wir unser Ziel Top Ten knapp verpasst haben", sagte Behle. (DATENCENTER: 10-km-Freistil Damen)

Kowalszyk nur Fünfte

Das Rennen gewann die schwedische Mitfavoritin Charlotte Kalla vor der Doppel-Olympiasiegerin von Turin, Kristina Smigun (Estland), und Marit Björgen (Norwegen). Topfavoritin Justyna Kowalczyk (Polen) wurde nur Fünfte und sparte anschließend nicht mit Kritik.

"Die Strecke ist nichts für Olympia", sagte die Weltcup-Führende: Sie hat zu viele Kurven und gefährliche Abfahrten."

Dabei hatte sich der wegen schlechter Präparierung im Vorfeld stark kritisierte Kurs bei leichten Minustemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit in perfektem Zustand präsentiert.

Pechvogel Gössner

Pechvogel des Tages war die "gelernte" Biathletin Miriam Gössner, die problemlos in den Bereichen von Sachenbacher-Stehle und Nystad lief, bis sich auf der ersten Runde ihre Schuhschnallen verhakten.

Gössner kam auf einer Eisplatte zu Fall und landete unsanft auf der linken Seite.

"Die Schulter tut höllisch weh", sagte die 19-Jährige, deren Tränen der Enttäuschung eine Stunde nach dem Rennen wieder getrocknet waren: "Ich konnte keinen Schritt mehr ohne Schmerzen tun."

Weiterer Einsatz fraglich

Bundestrainer Jochen Behle schloss in einer ersten Diagnose schlimmere Verletzungen aus, aber für Gössner könnten die Olympischen Spiele trotzdem vorbei sein, ehe sie richtig angefangen haben.

"Ich weiß nicht, ob ich in der Staffel oder dem Teamsprint laufen darf", sagte sie enttäuscht. Dabei hatte sie noch bei der WM 2009 in Liberec die deutsche Staffel zur Silbermedaille geführt. 202273(DIASHOW: Deutschlands Gold-Hoffnungen)

Sachenbacher denkt an Salt Lake City

Evi Sachenbacher-Stehle, die vor vier Jahren in Turin wegen zu hoher Hämoglobin-Werte mit einer Schutzsperre belegt worden war und das Auftaktrennen deshalb verpasst hatte, war mit ihrem Einstand zufrieden.

"Ich hätte gerne die Top Ten erreicht, aber das ist okay so. Ich hoffe, dass es jetzt immer besser wird", sagte sie.

Auf den nur etwa 600 Meter hoch gelegenen Loipen in Whistler fühlte sich Sachenbacher-Stehle an ihre ersten Winterspiele 2002 in Salt Lake City erinnert.

"Da bin ich unbekümmert rangegangen und mit zwei Medaillen heimgekommen. Es wäre schön, wenn mir sowas auch diesmal gelingen könnte", sagte die 29-Jährige, die sich für den Massenstart und die Staffel Chancen ausrechnet.

Nystad hat Spass

Claudia Nystad war mit ihrem 16. Platz dagegen nicht ganz zufrieden.

"Die Form war nicht so, dass wir von Medaillen reden konnten, aber das Rennen hat Spaß gemacht, auch wenn es für mich noch ein paar Plätze weiter nach vorne hätte gehen können", sagte die 32-Jährige.

Medallien-Chance in Staffel und Team-Sprint

Deutsches Schlusslicht war Steffi Böhler auf Rang 23. Letztmals hatten deutsche Langläuferinnen beim Olympia-Einstand vor 22 Jahren ebenfalls in Kanada besser abgeschnitten. Damals belegte Simone Opitz über 10 km Platz zehn.

"Den Platz unter den ersten Zehn peilen wir jetzt in den nächsten Rennen an. Wir haben in den letzten Wochen deutliche Fortschritte gemacht", sagte Jochen Behle.

Im Teamsprint und in der Staffel soll es sogar um die Medaillen gehen.

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