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Olympionikin Claudia Nystad wurde von Jochen Behle fürs Jagdrennen ausgebootet © getty

Der Bundestrainer kündigt einen Schnitt an. Er unterstellt Claudia Nystad und Co. Trainingsfaulheit. Nur eine nimmt er aus.

Whistler - Jochen Behle hat nach der dritten Olympia-Pleite mit seinen Langlauf-Frauen abgerechnet und Konsequenzen angekündigt.

"Nach der Saison werden wir einen Schnitt machen und mit jungen Leuten einen Neuanfang mit Blick auf Olympia 2014 starten", sagte der Bundestrainer nach dem Jagdrennen in Whistler.

Gleichzeitig stellte sich Behle hinter den umstrittenen Frauencoach Janko Neuber. (DATENCENTER: 15-km-Doppelverfolgung-Damen)

Evi Sachenbacher-Stehle nahm Behle von seiner Kritik aus. Die 29-Jährige hatte vor der Saison an einer Fußverletzung laboriert.

"150 Trainingsstunden zu wenig"

Im 15-km-Rennen verpasste sie dann einen Top-Ten-Platz nur um eine Schuhspitze.

Die anderen Sportlerinnen hätten im Vergleich zur Weltspitze "150 bis 200 Trainingsstunden" zu wenig, monierte Behle: "Wenn die Grundlage nicht da ist, kann nicht mehr rauskommen. Wir können nur an die Weltspitze zurückkommen, wenn die Athletinnen auch mitziehen.

Damit unterstellte Behle den Frauen indirekt Trainingsfaulheit. Bei Olympia 2002 hatte das deutsche Team mit den Whistler-Startern Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad noch Staffel-Gold gewonnen.

In die falsche Richtung

"Seitdem hat sich die Weltspitze weiterbewegt und wir nicht. Wir haben uns sogar ein Stück in die andere Richtung bewegt", sagte Behle.

Das deutsche Team hätte Potenzial für die Medaillenränge, allerdings müssten dazu die Trainingsumfänge erhöht werden.

Beim Teamsprint am Montag (ab 19.45 Uhr LIVE) mit Sachenbacher-Stehle und Nystad hätte man nur die Chance auf die erhoffte Olympia-Medaille, "wenn alle über sich hinauswachsen".

"Janko macht gute Arbeit"

Der Bundestrainer schlug die Tür für die bei Olympia bislang enttäuschenden Routiniers nicht zu, er fordert aber: "Sie müssen mit dem harten Training mitziehen. Denn wenn wir so wie bisher arbeiten, kommen wir nicht weiter."

Zugleich rückte der Chefcoach von seiner Linie ab, die Schuld bei den Trainern zu suchen.

Im Winter war der Finne Ismo Hämäläinen entlassen worden, aber Neuber soll bleiben. "Wir haben keinen Anlass am Trainer zu rütteln. Janko macht gute Arbeit und hat die gleichen Ansichten wie ich", sagte Behle.

Das kann nur eins heißen - für die deutschen Skilangläuferinnen brechen harte Zeiten an.

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