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Axel Teichmann gewann mit Tim Tscharnke Silber im Teamsprint © getty

Axel Teichmann lässt sich vom Wetterbericht täuschen und verliert die entscheidenden Meter. Eine Medaillenchance bleibt noch.

Whistler - Der Frust nach dem geplatzten Traum von der Staffel-Medaille saß tief, doch ihre Familien und ein paar Bier spendeten den deutschen Skilangläufern zumindest etwas Trost.

"Schließlich haben wir drei Wochen nichts getrunken", sagte Rene Sommerfeldt nach dem letzten großen Staffelrennen seiner Karriere.

Es endete mit einem der bittersten Momente, denn statt der insgeheim erhofften Goldmedaille reichte es nach Bronze 2002 und Silber 2006 nur zu Platz sechs.

"Da ist eine kleine Welt zusammengebrochen", sagte Schlussläufer Tobias Angerer und konnte sich gar nicht auf die Party zum 50. Geburstag von Herren-Coach Cuno Schreyl freuen: "Ich werde ein, zwei Tage brauchen, um das zu verkraften."

Alles falsch gemacht

Deshalb suchte Angerer den Kontakt zu Ehefrau Romy, "um den Kopf wieder freizukriegen".

Beim Wachsroulette von Whistler hatte besonders Olympia-Pechvogel Axel Teichmann alles falsch gemacht. Er entschied sich wegen der falschen Wetterprognose anders als die Konkurrenz gegen einen No-Wax-Ski.

Dabei war der beim letzten Test schneller als das Brett mit Wachsbelag gewesen, das er letztlich wählte.

Füße halten nicht mit

"Ich habe gekämpft bis zum Umfallen. Aber meine Füße waren nicht mehr so schnell wie mein Oberkörper. Ich habe fast gestanden", berichtete Teichmann.

Er verlor die entscheidenden Sekunden auf die Spitze. Immerhin blieb dem zweimaligen Weltmeister der Trost, dass er zwei Tage vorher Silber im Teamsprint gewonnen hatte.

Hoffnung auf die 50 km

Dieses Erfolgserlebnis hatte der starke Startläufer Jens Filbrich in Whistler nicht, deshalb richtete er den Blick auch ganz schnell nach vorn.

"Vor drei Jahren war die Situation bei der WM die gleiche - ich stand ohne Medaille da. Aber dann habe ich meine Chance über 50 Kilometer mit Bronze genutzt", sagte Filbrich. (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

Beim Marathonrennen am Sonntag will er diesen Coup wiederholen: "Diesen Strohhalm versuche ich zu greifen. Für mich ist alles möglich."

Pfüller: Sichere Medaille vergeben

Auch Angerer, Sommerfeldt und Teichmann wollen mit Wut im Bauch diese letzte Medaillenchance nutzen. Sportdirektor Thomas Pfüller hofft, dass das diesmal verpasste Edelmetall dann gewonnen wird.

"Ich hoffe, dass sich das Glück dreht", sagte Pfüller und meinte zur Staffel: "Es ist schon bitter, wenn man so mit dem Material danebenliegt und eine sichere Medaille vergibt."

Umbruch naht

Vor allem, weil die Oldie-Staffel in dieser Besetzung nie mehr bei einem Großereignis laufen wird. Sommerfeldt beendet nach dieser Saison seine Karriere, Teichmann will dann über seinen Abschied entscheiden, und Angerer denkt wie Filbrich von Jahr zu Jahr.

"Wir werden jetzt einen Generationswechsel einleiten", sagte Pfüller. Schon diesmal hatten viele den Einsatz des Teamsprint-Silbergewinners Tim Tscharnke in der Staffel gefordert, in Andreas Katz und Philipp Marschall stehen weitere Talente bereit.

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