vergrößernverkleinern
Evi Sachenbacher-Stehle verpasste im 30-km-Rennen ihre 3. Olympia-Medaille © getty

Sachenbacher-Stehle verpasst Bronze trotz eines grandiosen Rennens als Vierte nur hauchdünn. Gold geht an eine Polin.

Whistler - Nach einem grandiosen Lauf im tiefen Schnee von Whistler hat Evi Sachenbacher-Stehle ihre dritte Medaille bei den Winterspielen knapp verpasst.

Beim Sieg der Polin Justyna Kowalczyk im 30-km-Rennen zum Abschluss der Frauen-Wettbewerbe belegte die deutsche Skilangläuferin den vierten Platz.

Letztlich fehlten Sachenbacher-Stehle nur 14,2 Sekunden zur Bronzemedaille, die sich die Finnin Aino-Kaisa Saarinen sicherte.

Die Deutsche konnte Vancouver aber mit einem strahlenden Gesicht verlassen, schließlich hatte sie zuvor schon Gold imTeamsprintund Silber 207493(Bilder des Staffelrennens) in der Staffel gewonnen.

Kein Vierfachtriumph

Im Kampf um den Olympiasieg kam es zu einem Herzschlagfinale zwischen Justyna Kowalczyk und Marit Björgen. Die Polin wehrte kurz vor dem Ziel den verzweifelten Angriff der Norwegerin mit letzter Kraft ab und fiel erschöpft in den Schnee.

Björgen verpasste ihre vierte Goldmedaille nur um drei Zehntelsekunden.

Bei einem Erfolg wäre sie die erste vierfache Olympiasiegerin bei Winterspielen gewesen. Mit dreimal Gold und je einmal Silber und Bronze ist die Norwegerin dennoch die erfolgreichste Teilnehmerin in Vancouver.

Nystad verzichtet auf ungeliebter Distanz

Klassik-Spezialistin Katrin Zeller wurde 20., die nicht für die Staffel berücksichtigte Stefanie Böhler belegte Rang 18 (DATENCENTER: 30 Kilometer klassisch) und fliegt damit ohne Medaille nach Hause.

Teamsprint-Olympiasiegerin Claudia Nystad hatte auf den Start auf der ungeliebten klassischen Distanz verzichtet.

Bei den letzten beiden Winterspielen hatte es durch Claudia Nystad (2006) und Viola Bauer (2002) als beste Platzierung jeweils einen sechsten Platz über 30 km gegeben.

1998 landete die spätere Biathletin Kati Wilhelm auf Platz 16, 1994 war keine deutsche Skilangläuferin am Start.

Sachenbacher lange in Spitzengruppe

Die vor Olympia gescholtenen deutschen Langläuferinnen hatten schon vor dem Abschluss mit der Goldmedaille für das Teamsprint-Duo Nystad/Sachenbacher-Stehle und Silber für die Staffel ihre Ziele bei den Winterspielen mehr als erfüllt.

"Die Frauen haben das Maximale herausgeholt. Jetzt erhoffe ich mir zum Abschluss noch einmal eine einstellige Platzierung", hatte Bundestrainer Jochen Behle vor dem Rennen gesagt.

Vorn diktierte zunächst Kowalczyk, die mit indirekten Doping-Vorwürfen gegen "Königin" Björgen für Wirbel gesorgt hatte, das Tempo.

Nach etwa sieben Kilometern bildete sich eine Spitzengruppe mit zwölf Läuferinnen, zu der überraschend auch Sachenbacher-Stehle in der eigentlich ungeliebten klassischen Technik gehörte.

Filbrich und Angerer als Mitfavoriten

Nach zehn Kilometern wechselte Sachenbacher-Stehle die Ski.

Es dauerte zwei Kilometer, bis sie die kleine Lücke zur Spitzengruppe mit einem Kraftakt geschlossen hatte. Bei Halbzeit des Rennens holte die Deutsche erneut neues Material, und bei Kilometer 20 lag sie überraschend auf Platz drei.

Unmittelbar danach verschärfte die Norwegerin Kristin Steira das Tempo, und die grandios kämpfende Sachenbacher-Stehle musste abreißen lassen.

Die olympischen Skilanglauf-Wettbewerbe (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen) werden am Sonntag mit dem 50-km-Marathonrennen der Männer abgeschlossen. Jens Filbrich und Tobias Angerer gelten als Mitfavoriten.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel