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Ronny Ackermann wurde 2005 in Oberstdorf Doppelweltmeister in Sprint und Einzel © getty

Geplagt von etlichen Rückschlägen gibt der Ex-Weltmeister seinen Verzicht bekannt: "In der Form würde ein Start keinen Sinn machen."

München - Der viermalige Kombinierer-Weltmeister Ronny Ackermann verzichtet freiwillig auf seinen Start bei den Olympischen Spielen und steht möglicherweise vor dem Karriere-Ende.

Zwei Tage vor dem finalen Showdown (Sa., ab 12.30 Uhr LIVE) in Schonach um das letzte Ticket für Vancouver gegen Olympiasieger Georg Hettich - Ackermann ohne Olympia-Hoffnung - gab der 32-Jährige entnervt von zahlreichen Rückschlägen in dieser Saison auf.

Damit bleibt sein Traum von Olympiagold unerfüllt.

Keine leichte Entscheidung

"Die Entscheidung ist mir nicht gerade leicht gefallen, schließlich habe ich die vergangenen vier Jahre auf die Olympischen Spiele hintrainiert. Aber ich muss realistisch bleiben, in meiner derzeitigen Form würde ein Start in Vancouver einfach keinen Sinn machen", sagte Ackermann nach einem Gespräch mit Bundestrainer Hermann Weinbuch.

"Damit wäre ich auch keine Hilfe für die Mannschaft."

Seine beste Weltcup-Platzierung im Olympiawinter war ein 18. Platz .

Keine 18 mehr

Beim Angriff auf seinen Traum vom Olympia-Gold wollte es der Silbergewinner von 2006 in diesem Winter besonders gut machen - und wurde nacheinander von einem Sturz, dem Bruch seines Lieblingsskis, zu viel Training und zuletzt einer Erkältung gestoppt.

"15 Jahre Leistungssport und Gewicht machen, das zehrt. Er ist halt keine 18 mehr und steckt das Training nicht mehr so gut weg", hatte Weinbuch erklärt.

Irgendwann breche das System zusammen, wenn vor jeder Saison fünf Kilo abgespeckt und gleichzeitig das Training forciert werde.

Im Laufen nicht mehr zurück zu alter Stärke

"Eigentlich bin ich seit meiner Virusinfektion im vergangenen Jahr nie mehr richtig in Tritt gekommen. Ich habe zwar gehofft, dass mir mit zusätzlichen Trainingseinheiten wieder der Anschluss gelingt, aber die letzten Weltcups haben ganz einfach gezeigt, dass ich zu weit weg von der Weltspitze bin", sagte Ackermann.

Im Springen sei es zwar ganz ordentlich gelaufen, aber im Langlauf schaute der einst so starke Läufer nur noch hinterher: "Man muss nüchtern analysieren, dass es noch nicht reicht, um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden."

Mehr Zeit für Hugo

Jetzt will sich Ackermann vollständig erholen und eine längere Pause einlegen. Ob er noch einmal zurückkommt oder seine Karriere beendet, ist ungewiss: "Wir entscheiden nach der Saison gemeinsam, wie es weitergeht."

Vielleicht widmet sich Ronny Ackermann auch ganz seiner Familie und seinem kleinen Sohn Hugo.

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