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Tino Edelmann gewann bei der Nordischen Ski-WM in Liberec zwei Silbermedaillen © getty

Die Euphorie ist der Tristesse gewichen. Die deutschen Kombinierer wären im Team-Wettbewerb bereits mit einer Medaille zufrieden.

Whistler - Die Silberjungs sehen schwarz: Vor den Winterspielen träumten die deutschen Kombinierer sogar von Gold, jetzt wären sie froh, wenn sie überhaupt eine Medaille ins Ziel retten würden.

"Wir gehen mit einem ganz unerfahrenen Team an den Start. Da kann man nicht Gold verlangen", sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch vor dem Teamwettbewerb am Dienstag (ab 19.00 Uhr LIVE) in Whistler. 206094(DIASHOW: Olympia 2010 - Tag zehn)

Neben Björn Kircheisen (26), Tino Edelmann (24) und Eric Frenzel (21) wird wohl der 18 Jahre alte Johannes Rydzek den Vorzug vor dem erfahrenen Olympia-Sieger Georg Hettich erhalten.

"Ich würde Silber nehmen"

Frenzel, im Einzel auf Platz zehn noch bester Deutscher, gibt sich ebenfalls keinen Illusionen hin: "Wenn wir Zweiter werden, wäre das wahrscheinlich das glücklichste Silber der letzten Jahre."

Inzwischen müssten die Kombinierer fast schon einen Silberblick haben. Gleich sechsmal in Serie haben sie bei Großereignissen den zweiten Platz belegt.

"Ich würde Silber wieder nehmen", sagt Weinbuch: "Denn es wird schwer, überhaupt eine Medaille zu gewinnen."

Podium wäre ein Erfolg

Das vor Vancouver verbreitete Selbstbewusstsein, in Kanada das erste Team-Olympiagold seit 1988 in Calgary zu holen, ist einer gewissen Nervosität gewichen.

Zu schlecht war das Ergebnis beim Einzelwettbewerb von der Normalschanze zum Auftakt.

Und auch die Trainingsergebnisse auf der Großschanze machen nicht gerade viel Hoffnung. "Wir müssen ganz schön ranklotzen, um aufs Podium zu kommen", sagt Frenzel. (DATENCENTER: Alle Olympia-Ergebnisse)

Amerikaner sind favorisiert

Der Bundestrainer räumt ein, dass sich die Situation geändert habe. Weinbuch: "Die Amerikaner sind die großen Favoriten."

Die Auftaktpleite hat das Team bei einem Ausflug in die Olympiastadt Vancouver verarbeitet.

Ein bisschen Training, viel Shoppen und Zuschauen beim Eishockey stand auf dem Programm. Topfavorit USA flog sogar für ein paar Tage zurück in die Heimat, um im Kopf fit für den Angriff auf Gold zu sein.

Die deutschen Kombinierer versuchten bis zur letzten Minute, vor allem die Probleme im Springen in den Griff zu bekommen. Frenzel packte noch einmal einen nagelneuen Ski aus und hatte gleich ein besseres Gefühl. Auch in der Loipe erwartet Weinbuch von seinem Quartett eine deutliche Steigerung.

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