vergrößernverkleinern
Nodar Kumaritaschwili kam als erster Sportler bei Winterspielen ums Leben © imago

Nodar Kumaritaschwili geht als erster toter Sportler in die Geschichte der Winterspiele ein. Die Heimatstadt steht unter Schock.

Whistler - Er war als einer der vielen Unbekannten und als krasser Außenseiter nach Kanada gekommen.

Als Nodar Kumaritaschwili am Freitagabend zu seiner Trainingsfahrt in der Rodelbahn von Whistler startete, schien für ihn das olympische Motto "Dabeisein ist alles" noch zu gelten:

Als 55. des Gesamtweltcups hatte er seine erste Saison 2009 beendet, bei seinem letzten Weltcup im Januar in Cesena war er 28. geworden, mit insgesamt mehr als fünf Sekunden Rückstand auf Italiens Olympiasieger Armin Zöggeler.

Eine Ewigkeit, in einem Sport, in dem Tausendstelsekunden über Sieg und Niederlage entscheiden. (Kommentar: IOC muss sich entscheiden)

"Die ganze Stadt steht unter Schock"

Am Freitagabend hatte das alles plötzlich keine Bedeutung mehr. Im Alter von 21 Jahren ließ Nodar Kumaritaschwili für seinen olympischen Traum sein Leben.

Seine Teamkameraden waren ebenso schockiert wie die Landsleute daheim. Im Rodelzentrum seiner Heimatstadt Borjomi, wo Kumaritaschwili am 25. November 1988 geboren wurde, versammelten sich Anwohner, um ihr Mitgefühl für die Eltern und die Schwester des Rodlers auszudrücken.

"Die ganze Stadt steht unter Schock. Jeder hier kannte diesen Jungen und hatte mit ihm große Hoffnungen für Olympia", sagte Giorgi Gavva, ein Freund der Familie, der französischen Nachrichtenagentur "AFP". Kumaritaschwili sei ein schüchterner junger Mann gewesen.

Zu spät aus Kurve 15

Wie der Weltverband FIL ermittelte, kam er "nach einer routinemäßig verlaufenen Fahrt" zu spät aus der 15. Kurve und fuhr dadurch zu spät in die Schlusskurve 16 ein. ("Sind wir denn Crash-Test-Dummys?")

Trotz aller Versuche, den Schlitten wieder in die richtige Bahn zu bringen, habe er die Kontrolle verloren. Er wurde mit Kopf und Rücken gegen einen Stahlträger geschleudert.

Die Helfer vor Ort leiteten zwar sofort Reanimierungsmaßnahmen ein, doch kam jede Hilfe zu spät.

Der Sohn des Verbandspräsidenten

Nodar Kumaritaschwili geht als erster toter Sportler in die Geschichte der Winterspiele ein. 202747(DIASHOW: Die Eröffnungsfeier)

Er entstammte einer wahren Rodel-Familie, sein Vater Selix ist Präsident des georgischen Verbandes, Nodars Cousin gehört zum Trainerstab des Nationalteams.

Das lief bei der Eröffnungsfeier am Samstagabend mit Trauerflor ein, die olympische Fahne wehte zeitweise auf halbmast. "Er war ein junger Athlet mit großem Ehrgeiz und einem großen Herzen", sagte der georgische Sportminister Nikolas Rurua.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel