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Felix Loch gewann 2008 in Oberhof und 2009 in Lake Placid WM-Gold im Einsitzer © imago

Felix Loch gewinnt mit knapp sieben Zehnteln Vorsprung das erste Gold für Deutschland. David Möller hält Armin Zöggeler in Schach.

Whistler - Felix Loch hat die erste deutsche Goldmedaille der Spiele von Vancouver gewonnen und sich zum jüngsten Rodel-Olympiasieger gekrönt.

Der 20-Jährige aus Berchtesgaden verwies bei seinem Olympia-Debüt im Whistler Sliding Centre nach vier Läufen seinen Teamkollegen David Möller mit deutlichem Vorsprung auf den Silberrang. Es war der erste deutsche Rodel-Doppelsieg 203446(Die Bilder) bei den Männern seit 1988 in Calgary.

"Es ist alles unglaublich, die letzten zwei Tage waren einfach nur geil. Ich bin sehr, sehr gut gefahren, es hat einen Riesenspaß gemacht", sagte Loch, der in Gedanken aber auch beim zwei Tage zuvor tödlich verunglückten georgischen Rodler Nomar Kumaritaschwili war.

"Die Geschehnisse vom Freitag waren natürlich immer im Hinterkopf, aber ich habe es ganz gut hinbekommen, sie auszublenden."

176 Meter weniger zu fahren

Bronze ging an den favorisierten Armin Zöggeler. Der Italiener verpasste nach seinen Olympiasiegen 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin den Hattrick. Gelungen war dies bislang nur Goerg Hackl (1992, 1994 und 1998), der außerdem 1988 beim letzten deutschen Doppelsieg in Calgary Platz zwei hinter Jens Müller belegt hatte.

Auch David Möller war überglücklich. "Ich hatte eine Medaille immer als Ziel. Gold und Silber hatten die Trainer sicher nicht erwartet. Der neue Start kam uns entgegen, wir sind mit dem Druck sehr gut klar gekommen", sagte er.

Nach Kumaritaschwilis Unfall waren die Männer vom flacheren Damenstart in die Eisrinne gegangen - was Loch und Möller als guten Startern in der Tat entgegenkam. Zudem waren 176 Meter weniger zu fahren und nur 14 der 16 Kurven.

"Ein absoluter Traumstart"

"Nach der Verkürzung der Strecke haben wir am Schlitten etwas verändert. Dass die Läufe am Damenstart begannen, kam uns entgegen", meinte Loch. ("Sind wir denn Crash-Test-Dummys?")

Erstes Rennen, gleich das erste Gold, dazu noch Silber - "das ist für uns ein absoluter Traumstart. Das gibt Zuversicht für alle Wettbewerbe. Ich bin mir sicher, dass Felix und David diesen Riesenerfolg richtig feiern werden", sagte Andreas Trautvetter, der Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland.

Nach seiner Führung nach den ersten beiden Läufen am Samstag behielt Felix Loch im schnellsten Eiskanal der Welt vor 12.000 Zuschauern die Nerven und baute seinen Vorsprung mit Bestzeit im dritten Durchgang weiter aus. (DATENCENTER: Rodeln 3. und 4. Lauf)

Am Ende hatte er einen Vorsprung von 0,679 Sekunden auf Möller. Andi Langenhan (Zella-Mehlis) wurde unterdessen Fünfter.

26. deutsches Gold im Rodeln

Loch war 2008 in Oberhof bereits jüngster Weltmeister im Einsitzer geworden, seinen WM-Titel verteidigte er 2009 in Lake Placid erfolgreich. Allerdings hat er in seiner Laufbahn erst ein einziges Weltcuprennen gewonnen.

Das bisher letzte deutsche Olympiagold bei den Männer-Einsitzern hatte Hackl 1998 in Nagano geholt. Für deutsche Rodler war es insgesamt die 26. Goldmedaille der olympischen Geschichte.

Seit Aufnahme der Rodel-Wettbewerbe ins Olympia-Programm 1964 holten deutsche Athleten immer zumindest eine Goldmedaille.

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