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Felix Loch wurde 2008 und 2009 Weltmeister im Einzel und im Team © getty

Nach dem Olympiasieg erhält Felix Loch den Ritterschlag vom Rodel-Idol. Loch hat sein nächstes großes Ziel schon im Blick.

Whistler - Nach der Goldfahrt gab es für Felix Loch den Ritterschlag von höchster Stelle.

"Er hat mit diesem Sieg den Grundstein gelegt, meine Erfolge noch zu übertreffen", pries der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl seinen Erben.

Im Alter von nur 20 Jahren war der Goldjunge im Whistler Sliding Centre mit den Rivalen Schlitten gefahren und hatte sich zum jüngsten Rodel-Olympiasieger gekrönt.

Jubelnd fiel er seinem Vater Norbert in der Eisrinne in die Arme, dann hielt er mit einem strahlenden Lächeln stolz die Deutschland-Fahne hoch 203446(Die Bilder).

"Einfach nur geil"

Jüngster Olympiasieger, jüngster Weltmeister und die Goldfahrt mit dem größten Vorsprung bei Winterspielen seit 26 Jahren (DATENCENTER: Rodeln 3. und 4. Lauf).

Loch wehrte auch den Angriff von David Möller mit vier Laufbestzeiten souverän ab und lag am Ende 0,679 Sekunden vor dem Teamkameraden - im Rodelsport eine Ewigkeit.

"Das ist einfach nur geil. Einen Olympiasieg habe ich schon als Kind im Kopf gehabt. Jetzt ist es geschehen", sagte der 20-Jährige 203446(DIASHOW: Felix Loch).

Nachdenkliche Momente

In die Freude über das erste deutsche Gold der Winterspiele mischten sich nach dem tödlichen Unfall des Georgiers Nodar Kumaritaschwili allerdings auch nachdenkliche Momente.

"Die Goldmedaille ist belastet", meinte Hackl. Olympiasieger Loch hatte den Horror-Sturz zwar im Hinterkopf, blendete ihn während des Rennens jedoch fast vollkommen aus.

Nach einem Interview-Marathon und einer längeren Dopingprobe feierte der "König des Eiskanals" im Kufenstüberl im Deutschen Haus bei Weißbier und zünftiger Musik mit einem Dauergrinsen im Gesicht ausgelassen.

Vater und Cheftrainer Norbert Loch war gerührt und sagte nur: "Mir fehlen die Worte." (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

Verkürzter Start hilft Loch

Ein perfekter Start, das gute Material und die fahrerische Klasse gaben den Ausschlag. "Das waren die vier besten Läufe in dieser Saison", sagte Loch, der auch noch vom drittplatzieren Italiener Armin Zöggeler geadelt wurde.

"Er hat großes Talent. Wir werden in den nächsten Jahren noch viel von ihm hören. Der Junge ist super", sagte der zweimalige Olympiasieger, der den ersten olympischen Rodel-Hattrick nach Hackl verpasste.

Dass nach dem Tod von Kumaritaschwili die Strecke verkürzt und vom Damenstart ins Rennen gegangen wurde, spielte den starken Startern Loch und Möller in die Karten.

Bei Möller überwiegt Freude

Möller, der wie Loch in Sonneberg geboren wurde, trauerte dem verpassten Olympiasieg auch nicht nach, sondern feierte seine Silbermedaille.

"Ich habe als Kind von einer Olympia-Medaille geträumt. Jetzt ist sie da", sagte Möller. Allerdings bekam er sie wie Loch erst 24 Stunden später in Whistler bei der Siegerehrung um den Hals gehängt. (Möller im Video)

Zuvor musste er kurz um Silber bangen. Die Jury hatte einen Fehler an der Bleiweste moniert und drohte vor dem abschließenden Lauf sogar mit Disqualifikation.

"Da war wohl ein bisschen Frust bei den kanadischen Veranstaltern dabei", sagte Möller, der eine korrekte Weste trug.

Nächstes Ziel im Blick

"Wir haben alle einen guten Job gemacht, Felix hat verdient gewonnen", sagte Möller. Vom ersten deutschen Doppelsieg bei Olympischen Spielen seit 1988 in Calgary erhofft sich auch Sportdirektor Thomas Schwab weiteren Rückenwind für die Athleten des Bob- und Schlittenverbandes.

Es sei ein sensationeller Auftakt gewesen, so könne es weitergehen, sagte Schwab.

Hackl, der bis zu Lochs Triumph das letzte deutsche Einer-Gold 1998 in Nagano geholt hatte, half seinem Nachfolger in Whistler beim Setup des Schlittens.

"Er hat so viel Erfahrung. Das hilft", sagte Loch, der als nächstes Ziel den Sieg im Gesamtweltcup nannte.

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