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Anja Huber wurde 2008 Weltmeisterin und 2009 Europameisterin © getty

Der Bundestrainer sieht die Kandier vorn, weiß aber um die Stärken seiner Schützlinge. Die Europameisterin fährt mit Schmerzen.

Whistler - Tollkühn, wagemutig oder einfach nur verrückt.

Die Skeleton-Piloten sind die wahren Helden der Eisröhre. Allein beim Hinschauen bekommt man es mit der Angst zu tun.

Mit dem Kopf voran stürzen sie sich auf ihren heißen Schlitten die Strecke hinunter - und das bei Spitzengeschwindigkeiten von 140 km/h.

Die Zuschauer halten den Atem an, seit dem tödlichen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili fährt die Angst mit.

"So etwas kann man nie ganz ausblenden. Die Bahn ist natürlich sehr, sehr schnell", sagt Vize-Europameisterin Kerstin Szymkowiak (Hochsauerland).

DSV-Piloten wollen vorn mitmischen

Und in Vancouver steht besonders viel auf Spiel: Es geht schließlich um Olympia-Gold.

"Jeder wird hier Fehler machen. Wer nach vier Läufen die wenigsten macht, der wird auf dem Podest stehen", sagt Teamweltmeister Frank Rommel.

Der 25-Jährige aus Zella-Mehlis will wie seine Teamkollegen Sandro Stielicke (Winterberg) und Michi Halilovic (Königssee) im Kampf um die Medaillenvergabe mitmischen.

12.000 Zuschauer werden an der Bahn besonders die im Training hoch überlegenen Kanadier frenetisch anfeuern.

Heimvorteil ist nicht alles

Doch auch Rommel kann dieser Begeisterung etwas Positives abgewinnen.

"Alles eine Sache des Kopfes. Man muss gut vorbereitet sein. Man muss eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen. Es ist schön, wenn man mal eine solche Aufmerksamkeit bekommt", sagt Rommel vor den ersten beiden Läufen am Donnerstag um 18.30 und 19.45 Ortszeit (3.30 und 4.45 MEZ).

Bundestrainer Jens Müller sieht die Gastgeber aufgrund ihrer zahlreichen Trainingsfahrten auf der Bahn zwar im Vorteil, glaubt aber auch an die Stärken seines Teams.

Die Kanadier hätten einen Heimvorteil, aber man sei gut aufgestellt und wolle um die Medaillen mitkämpfen.

Gute Chancen im Frauen-Wettbewerb

Nach Kurzgastspielen 1928 und 1948 ist Skeleton seit 2002 fester Bestandteil des Olympia-Programms, Medaillen für Deutschland gab es noch nie. Das soll sich ändern.

Denn auch bei den Frauen gehen alle drei Starterinnen mit guten Chancen in die ersten Durchgänge am Donnerstag (16.00 Uhr/1.00 MEZ und 17.00/2.00).

Neben Szymkowiak noch Weltmeisterin Marion Trott (Oberhof) und Europameisterin Anja Huber (Berchtesgaden).

Huber fährt mit Schmerzen

Nach gutem Saisonauftakt musste Huber wegen eines doppelten Bänderrisses im linken Sprunggelenk pausieren.

Doch inzwischen hat sie sich wieder rangearbeitet.

"Ich bin erstmal froh, dass ich dabei bin. Die Schmerzen sind immer noch nicht ganz weg, aber das muss man ausblenden. Ich muss vier Läufe sauber runterbringen", sagt Huber.

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