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Kerstin Szymkowiak feierte 2007 im italienischen Cesana ihren ersten Weltcupsieg © getty

Silber für Kerstin Szymkowiak, Bronze für Anja Huber: Die deutschen Skeleton-Damen behalten kühlen Kopf. Die Topfavoritin patzt.

Whistler - Kopfüber ins Glück: Kerstin Szymkowiak und Anja Huber haben für Deutschland die ersten Olympia-Medaillen im Skeleton erobert.

Die 33-jährige Szymkowiak von der RSG Hochsauerland raste im schnellsten Eiskanal der Welt im Whistler Sliding Centre zu Silber, Europameisterin Huber holte nach toller Aufholjagd im letzten Durchgang Bronze.

Nur die britische Olympiasiegerin Amy Williams war am Ende zu stark für die beiden deutschen Frauen. (DATENCENTER: Skeleton/Damen)

"Das ist ein tolles Ergebnis. Ich habe mit einer Medaille geliebäugelt, zwei Medaillen habe ich allerdings überhaupt nicht erwartet", sagte der deutsche Verbandspräsident Andreas Trautvetter.

Protest des kanadischen Verbands

Sportdirektor Thomas Schwab fügte anerkennend hinzu: "Enorm, was die Damen im letzten Lauf aufgeholt haben."

Szymkowiak lag nach vier Läufen 0,56 Sekunden hinter Williams zurück, die das erste Einzel-Gold bei Winterspielen seit 30 Jahren für Großbritannien holte.

Anja Huber (Berchtesgaden) hatte einen Rückstand von 0,72 Sekunden. Nach dem dritten Lauf war Huber noch Fünfte gewesen, kämpfte sich aber noch nach vorne.

Auch Trott macht noch Plätze gut

Dabei profitierte die 26-Jährige von einem dicken Patzer von Mellisa Hollingsworth im letzten Lauf. Die favorisierte Kanadierin fiel dadurch noch vom zweiten Platz auf Rang fünf zurück und war danach bitter enttäuscht.

Weltmeisterin Marion Trott (Oberhof) landete nach zwei schwächeren Läufen zum Auftakt auf dem achten Rang. "Da habe ich nicht das gezeigt, was ich kann", sagte Trott.

Proteste über Proteste

Vize-Weltmeisterin Williams behauptete ihre Führung nach dem ersten Tag vor 12.000 Zuschauern und gewann erstmals olympisches Gold.

Die Britin ließ sich auch von einem Protest des US-Teams gegen ihren Helm nicht aus der Ruhe bringen.

Dem Einspruch hatten sich am ersten Tag fünf weitere Nationen angeschlossen. Der Weltverband FIBT wies ihn allerdings sofort zurück.

Nach dem Rennen legte auch noch der kanadische Verband Protest ein. Knapp fünf Stunden später wurde Williams jedoch am Grünen Tisch endgültig als Olympiasiegerin bestätigt.

BSD-Männer gehen leer aus

Die deutschen Männer gingen auf dem olympischen Hochgeschwindigkeitskurs hingegen leer aus.

Frank Rommel (Zella-Mehlis) verbuchte als Siebter das beste Resultat des deutschen Trios beim Sieg des Kanadiers Jon Montgomery. Der Autoverkäufer aus Calgary fing im letzten Lauf den lettischen Europameister Martins Dukurs noch ab.

Bronze holte der Russe Alexander Tretjakow. Sandro Stielicke (Winterberg) wurde Zehnter, Michi Halilovic (Königssee) kam auf den 13. Platz.

Seit 2002 fest bei den Winterspielen

Umso erfreulicher war das Ergebnis der beiden Zimmerkolleginnen Szymkowiak und Huber, die nach fünf Rodel-Medaillen im Eiskanal ebenfalls die Erfolgsspur fanden.

Szymkowiak strahlte nach dem größten Erfolg ihrer Karriere vor Glück. Nach zwei von vier Läufen hatte sie mit ihrem Schlitten "Ice Tiger" schon auf dem Silberrang gelegen, fiel dann auf Platz drei zurück, um am Ende noch einmal zu kontern. Huber machte das starke deutsche Resultat perfekt.

Skeleton war bereits 1928 und 1948 Gast im olympischen Programm. Seit den Spielen 2002 in Salt Lake City sind die Bäuchlingsrodler fester Bestandteil der Winterspiele. Eine deutsche Medaille hatte es aber noch nicht gegeben.

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