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Mit 221 Punkten liegt Viktoria Rebensburg auf dem fünften Weltcup-Platz im Riesenslalom © imago

Das Riesenslalom-Ass hofft auf eine Medaille und tippt auf eine Überraschung. Bei Sport1.de erklärt sie, was für sie spricht.

Von Michael Spandern

München - Auch im Riesenslalom schaut die deutsche Nation bei den Olympischen Spielen in Vancouver auf Maria Riesch - obwohl er die Problemdisziplin der Gesamtweltcup-Zweiten ist.

Pudelwohl fühlt sich dagegen beim Riesentorlauf die 20-jährige Viktoria Rebensburg. Bei Sport1.de sagt die Junioren-Weltmeisterin im Riesenslalom und Super-G von 2009, was ihr zweiter Platz in Cortina d?Ampezzo für sie bedeutet und was bei Olympia für sie spricht.

Zudem erklärt Rebensburg, die in diesem Winter als Achtplatzierte von Val d'Isere auch im Super-G ein beachtliches Resultat hinlegte, wie es sich im Schatten der DSV-Galionsfigur Maria Riesch fährt.

Sport1.de: Hat Sie das Olympia-Fieber schon befallen?

Viktoria Rebensburg: Noch bin ich einigermaßen gelassen, aber wenn ich die Koffer packe, wird mich das schon packen.

Sport1.de: Mit welchen Erwartungen fliegen Sie nach Vancouver?

Rebensburg: Ich nehme mir vor, fehlerfrei zu bleiben und technisch alles so umzusetzen, dass ich nachher zufrieden sein kann. Ich glaube, jeder hat den Traum, bei Olympia eine Medaille, ja auch die goldene, zu holen. Sonst bräuchte man nicht teilzunehmen. Aber das steht bei mir nicht im Vordergrund. Ich will bestmöglich Ski fahren. Der Rest kommt dann von alleine.

Sport1.de: Bei den WM haben sie 2007 und 2009 mit Top-10-Platzierungen überzeugt. Da dürfen Sie doch optimistisch sein, dass Sie wieder Ihr Potenzial abrufen...

Rebensburg: Daran glaube ich auch. Bei den Großereignissen in den letzten Jahren habe ich jeweils zulegen können.

Sport1.de: In Cortina standen sie als Zweitplatzierte im Riesenslalom erstmals auf dem Podium. Eine Extraportion Selbstvertrauen oder Druck? (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Rebensburg: Auf alle Fälle Selbstvertrauen. Ich stand lange dicht davor, mal aufs Podium zu fahren und wusste, dass ich vorne angreifen will und kann. Es war extrem wichtig, dass dies nun tatsächlich passiert ist. Ich bin darüber froh und weiß, dass ich auch um den Sieg mitfahren kann.

Sport1.de: Welche Deutsche landet im Riesenslalom am weitesten vorn?

Rebensburg: Diejenige, die die beiden besten Läufe hinlegt und mit dem Druck bei Olympia am besten umgeht. Aber der ist im Slalom noch höher, bei dem wir ein superstarkes Team haben.

Sport1.de: Beim Slalom sind Sie aber nicht am Start.

Rebensburg: Nein, ich bin ja noch nicht einen Weltcup-Slalom gefahren. Neben dem Riesenslalom fahre ich auf derselben Piste den Super-G. Und die Abfahrts-Trainings nehme ich mit, um die Strecke und den Schnee kennen zu lernen.

Sport1.de: Wie schätzen Sie die Piste von Creekside ein?

Rebensburg: Ich selbst war noch nicht da. Ich habe sie nur auf Video gesehen und gehört, dass sie eher flach und coupiert ist. Ich glaube, das liegt mir.

Sport1.de: Ist es ein Vorteil für Sie, dass es im Riesenslalom immer einen zweiten Lauf gibt?

Rebensburg: Ich kenne das seit jeher. Da fällt eben anders als beim Super-G der Druck nach dem ersten Lauf nicht ab. Aber meine Lieblingsdisziplin ist der Riesenslalom deshalb, weil ich da meine besten Resultate erzielt habe und in der ersten Startgruppe bin.

Sport1.de: Wen sehen Sie als Favoriten für Gold?

Rebensburg: Ich glaube nicht, dass sich die Favoriten an einem solchen Tag durchsetzen. Ich tippe auf eine Überraschungssiegerin.

Sport1.de: Einige Deutsche könnten überraschen, schauen doch fast alle auf die Galionsfigur Maria Riesch... (VIDEO: Vierter Platz für Riesch "nichts wert")

Rebensburg: Man kann sie aufgrund ihrer Erfolge durchaus so nennen. Uns Jüngeren tut das nur gut, da können wir uns in ihrem Schatten heranpirschen und uns verbessern. Dadurch stehen wir weniger unter Druck.

Sport1.de: Tritt Maria Riesch auch als Mentorin für die Jüngeren auf?

Rebensburg: Eher weniger, da jeder mit sich selbst zu kämpfen hat. Und außerdem fährt Maria ja auch zum ersten Mal zu Olympischen Spielen.

Sport1.de: Spüren Sie ein interne Konkurrenzdenken?

Rebensburg: Nein, wir haben untereinander ein freundschaftliches Verhältnis und das muss auch so sein, wenn wir den ganzen Winter zusammen unterwegs sind. Aber beim Skifahren ist dann doch jede auf sich alleine gestellt.

Sport1.de: Sind Sie wie Maria Riesch eine Materialtüftlerin?

Rebensburg: Ich schraube auch mal an den Skiern herum, und gerade jetzt sind vom Ausrüster neue Riesenslalom-Skier gekommen, da muss ich schon noch testen. Meine funktionieren zwar ganz gut, aber vielleicht ist noch was Schnelleres dabei. Ich will für alle denkbaren Bedingungen gerüstet sein.

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