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Bode Miller feierte bislang 31 Weltcup-Siege, 7 in der Abfahrt © getty

Die Oldie-Riege um Bode Miller will bei der Olympia-Abfahrt ihre Siegesserie fortsetzen. Walchhofer lästert über die Strecke.

Whistler - Es geht um die alpine Olympia-Krone, um einen Eintrag in die Geschichtsbücher, um Unsterblichkeit.

Doch wenn am Samstag (20.45 Uhr LIVE) in Whistler die Abfahrts-Goldmedaille vergeben wird, will Bode Miller lieber Spaß haben.Zeitplan: Die Olympischen Spielen

"Ich würde es hassen, als einer der Typen in Erinnerung zu bleiben, die taktisch fahren, nur um eine Medaille zu holen", sagt der US-Star, der das Risiko liebt und Edelmetall-Schürfer verachtet.

Aber Miller sollte es sich noch einmal überlegen: Er bringt alles mit, was es in Whistler braucht.

Die "Youngster" sind nur Außenseiter

Miller hat die skifahrerische Ausnahmeklasse, die besonders in der Abfahrt gefragt ist.

Und er hat die Form, "schon lange habe ich mich im Februar nicht mehr so fit gefühlt", sagt er. Entscheidend aber könnte sein: Er hat mit 32 Jahren das Alter.

Abfahrten werden nur selten von 20-jährigen Draufgängern gewonnen, das gilt speziell für solche bei Olympia.

Die letzten beiden Sieger, Antoine Deneriaz und Fritz Strobl, waren knapp 30, Jean-Luc Cretier 1998 fast 32.

Cuche der Top-Favorit

Und auch in Whistler Creekside bahnt sich ein Duell der alten Männer an, bei dem gleich mehrere Routiniers ihre letzte Chance auf den ganz großen Coup wittern.

Top-Favorit ist der WM-Zweite Didier Cuche aus der Schwweiz, der mit über 35 Jahren schon der Abendsonne entgegenfährt.

Auch dem Österreicher Michael Walchhofer trauen die Experten die Gold-Fahrt zu - er ist 34.

Nur der ebenfalls zum Kreis der heißesten Sieg-Anwärter zählende Manuel Osborne-Paradis, der am Montag 26 wurde, fällt etwas aus der Favoriten-Rolle.

Gebrochener Finger behindert nicht

Cuche unterstrich seine Ausnahmestellung mit Bestzeiten in beiden Trainings - auch wenn das erste nach 42 Athleten abgebrochen werden musste und er im zweiten nachträglich disqualifiziert wurde.

"Ich musste etwas machen, um meine Favoritenrolle abzugeben", sagt er im Spaß über den Torfehler, der zu seinem Ausschluss führte.

Zwei Abfahrten hat er in diesem Winter gewonnen, darunter die Generalprobe auf der Streif in Kitzbühel.

In Kanada sollen ihn auch die Titanplatte und sieben Schrauben im rechten Daumen, den er sich vor zwei Wochen gebrochen hat, nicht stoppen.

"Dem Selbstvertrauen hat das nicht geschadet. Hier geht's nur um Gold", sagt Cuche.

Frühe Startnummern im Vorteil

Das sieht Walchhofer, nach Cuches Ausschluss Schnellster der zweiten Testfahrt, genauso. "Gold ist das Ziel, klar", sagt der Salzburger.

Und weil der "Dave Murray Course" nicht unbedingt zu den schwierigsten Pisten der Welt gehört, findet Walchhofer: "Das ist eine Strecke für alte Herren."

Allerdings fürchtet er wie die anderen Favoriten, dass das Rennen wegen der Witterung auch über die Startnummer entschieden wird.

Wer früher fährt, hat auf der voraussichtlich weicher werdenden Piste bessere Chancen.

Miller sucht Gaspedal

Das wiederum könnte Miller in die Karten spielen, der in der Abfahrts-Rangliste (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender) nur noch auf Platz elf notiert ist und deshalb etwas früher ran darf als Cuche und Walchhofer.

Völlig abgeneigt scheint der Amerikaner gegenüber einer Goldmedaille auch nicht zu sein - allen Sprüchen zum Trotz.

"Ich will dafür in Erinnerung bleiben, dass ich zu den Spielen gekommen bin und verdammt hart gefahren bin. Und wenn ich das Gaspedal finde, dann drücke ich es auch voll durch - und kann aufs Podium fahren", sagt er.

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