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Maria Riesch gewann 2008/09 den Slalom-Weltcup © imago

Vor dem großen Duell in der Abfahrt gibt es Ärger um die ramponierte Piste. Berthold sorgt sich um seine Läuferinnen.

Whistler - Das Duell Maria Riesch gegen Lindsey Vonn sollte einer der Höhepunkte der Olympischen Spiele von Vancouver sein, doch jetzt droht das erste Aufeinandertreffen der Skiköniginnen zur Farce zu werden.

Anstatt sich am Mittwoch (20 Uhr LIVE) in der Abfahrt auf das Ringen um die Krone ihres Sports konzentrieren zu können, müssen Riesch und Vonn wohl mit der Strecke kämpfen.

"Die Piste ist von oben bis unten eine einzige Rumpelkiste, darauf habe ich mich einfach nicht wohl gefühlt", sagte Riesch nach dem ersten und einzigen Training auf dem Franz's Run.

Vonn hat weiter Schmerzen

Für Riesch könnte es zudem ein Nachteil sein, dass sie mit der Startnumemr 22 ins Rennen geht, die große Rivalin sechs Nummern früher als 16.

Die noch immer leicht angeschlagene Amerikanerin Vonn klagte: "Der Kurs ist der schlechteste für mein Schienbein überhaupt. Er ist sehr wellig und schmerzhaft, ich war förmlich geschockt." (Vonn: "Entsetzliche Schmerzen")

Und auch Anja Pärson aus Schweden schimpfte: "Die Strecke ist fast wie eine Buckelpiste."

Piste aufgeweicht

Regen und Schnee hatten die Piste am Wochenende aufgeweicht, so dass zunächst alle Trainings und am Sonntag die Super-Kombination verschoben werden mussten.

Obwohl es in der Nacht auf Montag kälter wurde, waren die Veranstalter nicht in der Lage, die Piste in einen besseren Zustand zu bringen.

"Die Mädels hatten alle Hände voll zu tun, den Berg runterzukommen", sagte Cheftrainer Mathias Berthold.

Berthold: Zielsprung zu weit

Am Dienstag wurde die Piste weiter ramponiert. In der Nacht regnete und schneite es erneut, das zweite Training musste abgesagt werden.

Gegen das Wetter sind die Veranstalter machtlos, Berthold forderte sie aber trotzdem auf zu reagieren: "Der Zielsprung ist zu mächtig. Da müssen wir nochmal reden, da gehen die Sprünge zu weit."

Trainingsfahrt in zwei Teilen

Neben der Unterlage machte Riesch und Co. bei der Übungsfahrt auch die Zweiteilung zu schaffen. (Zeitplan: Die Olympischen Spielen)

Weil nebenan die Männer-Abfahrt ausgetragen wurde, mussten sie ihren Kurs in zwei Etappen befahren - eine in der Olympia-Geschichte einmalige Sache.

Riesch beschwerte sich jedoch nicht über die Aufsplittung, "obwohl es besser gewesen wäre, alles auf einmal durchzuziehen".

"Macht mich nicht nervös"

Aufgrund der Zweiteilung hatte auch das Resultat nur bedingte Aussagekraft, Riesch lag in der Addition 1,82 Sekunden hinter Vonn, die Bestzeit fuhr.

"Das Ergebnis macht mich nicht nervös. Und dass Lindsey die Favoritin ist, habe ich ja schon immer gesagt", meinte Riesch, die die Olympia-Generalprobe in St. Moritz gewonnen hatte, allerdings nicht als Trainingsweltmeisterin gilt.

Vonns Gebete erhört

Während Riesch vergeblich auf eine zweite Testfahrt hoffte, beschwor Vonn erfolgreich dunkle Mächte, um diese zu verhindern.

"Ich hoffe, dass Mutter Natur kooperiert und ich nicht noch einmal fahren muss", sagte sie vor der Absage, denn: "Spaß macht das hier nicht, es geht nur darum, die Augen zuzumachen und durchzuhalten. Es ist ein einziger Kampf, überhaupt nach unten zu kommen."

Vonn und Riesch in ständigem Kontakt

Vonns Verletzung ist zwischen den Freundinnen Gesprächsthema Nummer eins. "Maria fragt mich jeden Tag, wie es mir geht", sagte Vonn, die noch vor wenigen Tagen über einen möglichen Verzicht auf die Spiele gesprochen hatte.

Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. "Ich glaube nicht, dass sie ein Pokerspiel betreibt. Sie hat sicher Schmerzen, aber sehr scheint sie das nicht zu beeinflussen", sagte Riesch über die Weltmeisterin, die mit Schmerzmitteln fahren will.

Berthold glaubt an Riesch

Auch für Berthold bleibt "diese Amerikanerin" die Topfavoritin. Riesch zählt der erfahrene Coach "zum Kreis der Medaillenkandidaten" - wenngleich er mit ihrer Traingsleistung nicht zufrieden war.

"Das war nicht so entschlossen, wie wir uns das vorgestellt haben", sagte er. Doch Berthold bleibt dabei: "Maria hat sehr gute Chancen."

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