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Anja Paerson gerät beim Zielsprung in Rücklage und fliegt 60, 70 Meter weit © getty

Bei der Abfahrt der Damen stürzt Mitfavoritin Anja Pärson schwer. Ob die Schwedin bei der Super-Kombi starten kann, ist unklar.

Whistler - Die Mitfavoritin flog 60 Meter durch die Luft, eine Mitläuferin musste mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden: Bei der Olympia-Abfahrt der Frauen auf dem anspruchsvollen "Franz's Run" in Whistler ist es am Mittwoch zu einer ganzen Reihe von spektakulären Stürzen gekommen.

"Es war ein harter Kampf. Die Sprünge gingen höher als ich das erwartet habe", gestand selbst Lindsey Vonn aus den USA nach ihrer Fahrt zur ersten Goldmedaille.

Während Vonn nicht den Eindruck hinterließ, als habe sie die tückische Piste mit ihren schwierigen Sprüngen an die Grenze ihres Können getrieben, wagte eine Mitfavoritin zu viel.

Paerson weiter als Eddie "The Eagle"

Anja Pärson aus Schweden, technisch eine der besten Ski-Rennläuferinnen der Welt, kam vor dem Zielsprung in Schwierigkeiten, raste in Rücklage über die Kante, flog in hohem Bogen durch die Luft und knallte erst nach einer halben Ewigkeit wieder auf die Piste (204432DIASHOW: Die Bilder der Abfahrt).

Als die Zuschauer im Ziel noch nach Luft rangen, maß das kanadische Fernsehen CTV umgehend nach: Bei rund 60 Metern war der unfreiwillige Flug von Pärson zu Ende.

Zum Vergleich: Bei Olympia 1988 in Calgary landete der britische Skispringer Eddie "The Eagle" Edwards bei seinem Sprung von der Großschanze nach 59 Metern.

"Das war das Schlimmste, was ich erlebt habe"

Die schwedische Slalom-Olympiasiegerin konnte sich aus eigener Kraft aufrichten, begab sich aber sofort ins Krankenhaus.

"Das war das Schlimmste, was ich jemals erlebt habe", sagte die Dreifach-Weltmeisterin von 2007, die von Siegerin Vonn nach ihrer Ankunft im Zielraum tröstend in den Arm genonmmen wurde.

Schwedens Cheftrainer Ulf Emilsson berichtete nach der ersten Untersuchung: "Anjas ganzer Körper ist grün und blau, sie hat große Schmerzen, aber es ist nichts gebrochen. Sie ist froh, dass sie noch gehen kann." Er sagte aber auch: `Ob sie nochmal starten kann, ist fraglich.

Kritik am Zielsprung

Vor allem an dem Zielsprung hatte es schon nach dem einzigen, in zwei Teile gestückelten Training Kritik gegeben.

"Der Zielsprung ist zu mächtig. Da müssen wir nochmal reden, da gehen die Sprünge zu weit", hatte der deutsche Cheftrainer Mathias Berthold angemerkt.

Sturzfestival

Derartige Warnungen kamen aber auch für Dominique Gisin zu spät: Die 24 Jahre alte Schweizerin stürzte am Zielsprung, rutschte die Piste hinab und wurde zudem von einer Welle neben dem Ziel hochgeschleudert.

Nicht ins Ziel kamen nach zum Teil spektakulären Stürzen auch die Italienerinnen Elena Fanchini, die WM-Zweite 2005 in Bormio, und Daniela Merighetti.

Erstversorgung mit dem Hubschrauber

Ganz böse erwischte es die Rumänin Egith Miklos, die zunächst furchterregend stürzte und dann in hohem Tempo unter zwei Fangzäunen hindurchrauschte: Am dritten kam sie zum Liegen.

Die 21-Jährige musste nach langwieriger Bergung und Erstversorgung mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden.(Zeitplan: Die Olympischen Spielen).

Den schrägsten Sturz des Tages zeigte aber die Französin Marion Rolland. Sie stieg nur wenige Meter nach dem Start beim Anschieben auf ihren rechten Skistock und kippte fast wie vom Blitz getroffen seitlich in den Schnee.

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